Über schreibende Detektive: Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Trier und Luxemburg, im „Langen Interview“ – Teil 5


Für das Format „M19 – das lange Interview“ des Radiosenders Mephisto 97.6 unterhielt sich Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Trier und Luxemburg, eine Stunde lang mit Chefredakteurin Paula Drope über den Detektivberuf. Im nachfolgenden fünften Teil geht es um schreibende Detektive. Den dritten Teil über die Vorbilder unserer Privatdetektive in Luxemburg und Trier finden Sie hier.


Filmreifes Detektivbüro?


Paula Drope: „Sie haben uns Ihr Büro ja schon beschrieben und wir haben uns einmal dort umgesehen. Wenn man sich da so umschaut und sich vor allem auch Ihre Homepage anguckt, dann bekommt man das Gefühl, dass Sie einen Kriminalroman à la Sherlock Holmes oder Philip Marlowe darstellen wollen. Sie wollen die Leute schon eintauchen lassen, oder? Warum schaffen Sie sich diese Atmosphäre?“

Patrick Kurtz: „Es ist nicht meine bewusste Absicht, die Leute in eine solche Atmosphäre eintauchen zu lassen, denn im Vordergrund steht der jeweilige objektive Sachverhalt. Doch wenn dem so ist, kommt das, glaube ich, einfach daher, dass ich das selbst so sehr mag, dass ich selbst so tief dort drin bin, weil es auch ein Stück weit ich selbst bin. Das wird entsprechend widergespiegelt: im Büro, im Internetauftritt etc.“

Paula Drope: „Bevor wir weiter über Sherlock Holmes sprechen – und da sprechen wir noch drüber, denn wir sind noch nicht ganz fertig –, kommen wir noch zu unserer Schnellschussfragerunde. Das machen wir hier öfter bei M19. Ich stelle Ihnen eine kurze Frage und Sie antworten kurz und knackig. Bereit?“

Patrick Kurtz: „Ja, ich hoffe.“


Es wird persönlich: die „Schnellschussfragerunde“


Paula Drope: „Ihr Berufswunsch in der Kindheit?“

Patrick Kurtz: „Schriftsteller.“

Paula Drope: „Was für ein Schriftsteller?“

Patrick Kurtz: „Damals Fantasy, glaube ich.“

Paula Drope: „Lieblingsfach in der Schule?“

Patrick Kurtz: „Puhh, eine Zeitlang Französisch, manchmal auch Deutsch.“

Paula Drope: „Agatha Christie oder Dan Brown?“

Patrick Kurtz: „Hmmm, beide … eher Agatha Christie.

Paula Drope: „Warum?“

Patrick Kurtz: „Weil mir Dan Brown in letzter Zeit ein bisschen arg reißerisch schreibt. Also, das tat er schon immer, aber es nimmt zuletzt ein bisschen überhand.“

Paula Drope: „Für welchen Film würden Sie zu Hause bleiben?“

Patrick Kurtz: „Für viele, The Dark Knight fällt mir spontan als erstes ein, aber ich bin da weder titel- noch genrebeschränkt.“

Paula Drope: „Krimis als Buch, Film oder als Hörspiel?“

Patrick Kurtz: „Als Buch am ehesten.“

Paula Drope: „Trinken Sie zu einem guten Krimi lieber ein Glas Rotwein oder ein Bier?“

Patrick Kurtz: „Eher ein Bier, noch eher einen Whisky.“

Paula Drope: „Das ist also ein Detektiv, ganz wie er im Buche steht – tatsächlich.“


Zum Radio gehört Musik – ein Titelwunsch aus Irland


Paula Drope: „Und damit sind wir bei Ihrem nächsten und tatsächlich auch letzten Musikwunsch. Cocaine Chest Pains haben Sie sich ausgesucht von der irischen Band Kopek. Warum dieser Song?“

Patrick Kurtz: „Weil es auch wieder eine unbekannte Band ist, relativ unbekannt zumindest. Relativ, weil sie im letzten Jahr als Vorgruppe der Toten Hosen unterwegs waren. Ich habe die Band 2013 bei einem Konzert in einem kleinen Club in Berlin persönlich kennengelernt. Ganz sympathische Jungs und ich finde, es ist ein toller Song.“



Es folgt ein Einspieler, das Thema der BBC-Serie „Sherlock“:



Von Sherlock-Holmes-Adaptionen


Paula Drope: „Mit dieser Titelmelodie der momentan beliebtesten Serie der BBC starten wir in unsere vierte und letzte Runde bei M19, dem langen Interview bei Mephisto97.6. Mein Gast Patrick Kurtz könnte auch mit dieser Musik begrüßt werden, denn er ist Privatdetektiv. Herr Kurtz, nach kurzer Auswertung der Indizien: Was für eine Titelmusik war das?“

Patrick Kurtz: „BBC-Sherlock, haben Sie das nicht gerade erst gesagt?“

Paula Drope: „Nein, ich habe nur „beliebteste BBC-Serie“ gesagt, das haben Sie unterbewusst wohl direkt verknüpft. Sind Sie auch Fan?“

Patrick Kurtz: „Ja, ich finde die Serie hervorragend und habe alle Staffeln im Regal stehen.“

Paula Drope: „Das ist ja ein neuer Kult, der da um die Sherlock Holmes-Figur entstanden ist. Doch bereits in den Fünfzigern entstanden einige Fernseh- und vor allem auch Kinofilme, heute gibt es nicht nur die Serie der BBC und Sherlock Holmes-Filme, sondern auch die US-Verfilmungen aus den Jahren 2009 und 2011 mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle. Daneben gibt es noch eine etwas anders interpretierte Darstellung von Sherlock Holmes in der US-Serie Elementary. Zum Beispiel wird da Dr. Watson von einer Frau dargestellt. Kennen Sie die genannten Filmadaptionen alle?“

Patrick Kurtz: „Ja, wobei ich von Elementary nur ein paar Folgen gesehen habe – das hat mir nicht so zugesagt, muss ich sagen. „

Paula Drope: „Und warum nicht?“

Patrick Kurtz: „Ich fand, das sah so ein bisschen aus wie eine billige deutsche TV-Produktion. Ich bin nicht warm geworden mit der Sherlock-Darstellung, ich bin nicht warm geworden mit Lucy Liu als Watson, das hat für mich einfach nicht gepasst. Hat mir leider nicht gefallen.“

Paula Drope: „Also filmisch, so zu sagen?“

Patrick Kurtz: „Optisch einerseits, es wirkte auf mich aber auch ein bisschen arg simpel. Womöglich habe ich nur die falschen Folgen erwischt – das kann natürlich sein –, aber das, was ich gesehen habe, hat mich nicht angesprochen.“

Paula Drope: „Welche der genannten Adaptionen gefällt Ihnen am besten?“

Patrick Kurtz: „Von den genannten eindeutig der BBC-Sherlock, weil das am kreativsten ist, weil Benedict Cumberbatch auch der mit großem Abstand überzeugendste Holmes all dieser Adaptionen ist. Weil die Atmosphäre hervorragend ist, weil die Fälle super durchkonstruiert sind, weil die Wendungen klasse sind, weil die Adaptionen des klassischen Materials, der Romane und Kurzgeschichten, hervorragend gelungen ist. Das ist meiner Meinung nach, neben der Serie mit dem brillanten Jeremy Brett aus den 80ern und frühen 90ern, die mit Abstand beste Umsetzung von Sherlock Holmes.“


Von Romanen und Detektiv-Blogs


Paula Drope: „Dann kommen wir von den Filmhelden mal zu den realen Helden. Sie sind nicht nur Privatdetektiv, sondern auch Schriftsteller. Neben einer Essaysammlung haben Sie einen Roman geschrieben: 2012 erschien Livingstones Mahnung, der 1. Band aus den Memoiren des Detective Inspector Aidan Johnstone. Also das heißt letztlich, Sie sind Schriftsteller? Kommt das von allein, dass man sich ausdrücken will, wenn man als Detektiv arbeitet?“

Patrick Kurtz: „Dass ich mich ausdrücken möchte, stimmt auf jeden Fall. Ich habe das aber schon als Kind gemacht: Seitdem ich schreiben kann, habe ich immer geschrieben. Mit sechs oder sieben Jahren waren das noch Weitererzählungen der Pippi Langstrumpf-Geschichten, später dann unterschiedlichste andere Texte. Im Moment habe ich leider keine Zeit, ich avisiere allerdings, 2016 wieder intensiver einzusteigen. In meiner Schublade liegt schon seit Jahren ein Manuskript, das ich bislang noch nicht überarbeiten konnte. Außerdem habe ich zig andere Projekte im Kopf, die ich gerne umsetzen möchte, für die bislang aber einfach keine Zeit war.“

Paula Drope: „Womit Sie sich aber auf jeden Fall identifizieren können, ist der Blog Ihrer Detektei. Da beschreiben Sie, natürlich anonymisiert, Fälle, die Ihre Detektei in ganz Deutschland aufdeckt. Wie kam Ihnen denn die Idee, Ihre Fälle in einem Blog darzustellen? Sherlock Holmes und Watson machen es in der Sherlock-Serie zum Beispiel ja auch.“

Patrick Kurtz: „Ja, das stimmt, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie ich auf die Idee gekommen bin. Das ist jetzt auch schon ein gutes Weilchen her. Es hat sich einfach so ergeben.“

Paula Drope: „Ist der Detektiv-Blog vielleicht das neue Detektivformat?“

Patrick Kurtz: „So sehr viele Leute dürfte es nicht geben, die das machen. Ich mache es einfach gerne, weil da verschiedene Dinge zusammenfließen, die mich ansprechen: dass ich gerne schreibe und dass ich Detektiv bin. So ein bisschen kann ich auf dieser Ebene beides vereinen, auch wenn das auf dem Blog natürlich deutlich sachlicher stattfinden muss als das, was ich normalerweise schreiben würde. Es ist ein schönes Format, um sich auszudrücken. Außerdem ist es gute Werbung – das darf man als Dienstleister nicht außer Acht lassen.“


schreibender Detektiv; Detektei Rheinland-Pfalz, Detektiv Trier, Privatdetektiv Luxemburg
Nicht nur Dr. Watson aus der BBC-Serie „Sherlock“, gespielt von Martin Freeman, betreibt einen Detektivblog, auch unsere Detektei berichtet wöchentlich von eigenen Fällen und anderen interessanten Themen. 

Abmoderation


Paula Drope: „Das sagt der Privatdetektiv und Inhaber der Detektei Kurtz, Patrick Kurtz. Damit sind wir am Ende unserer Sendung angelangt. Vielen Dank für das interessante Gespräch und vielen Dank, dass Sie da waren!“

Patrick Kurtz: „Gerne. Ich danke auch!“

Paula Drope: „Wer diese Sendung noch einmal nachhören möchte, kann das gerne auf unserer Internetseite tun: mephisto976.de. Die Redaktion für die heutige Sendung hatte Caroline Bernert, die Musik hat unserer Gast Patrick Kurtz selbst ausgesucht und in der Technik betreute uns Andreas Wolf. Damit ist Mephisto 97.6 für heute erstmal zu Ende und morgen früh um 10:00 geht es dann weiter mit unserem Vormittagsmagazin Faustschlag. Mein Name ist Paula Drope, ich bedanke mich fürs Zuhören und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.“


Kurtz Detektei Trier und Luxemburg

Güterstraße 55a

D-54295 Trier

Tel.: +49 (0)651 2094 0060

Mail: kontakt@kurtz-detektei-luxemburg.com

Web: http://www.kurtz-detektei-luxemburg.com

http://www.kurtz-detektei-luxemburg.com/2015/10/20/über-schreibende-detektive-patrick-kurtz-inhaber-der-kurtz-detektei-trier-und-luxemburg-im-langen-interview-teil-5/

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Von Detektiv-Klischees: Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Berlin, im „Langen Interview“ – Teil 1


Für das Format „M19 – das lange Interview“ des Radiosenders Mephisto 97.6 unterhielt sich Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Berlin, eine Stunde lang mit Chefredakteurin Paula Drope über den Detektivberuf. Im ersten Teil geht es vor allem um typische Klischees, die über Privatdetektive kursieren.


Wie sieht ein typisches Detektivbüro aus?


Paula Drope: „Einen schönen guten Abend! Spannend wird es heute bei mir im Studio. Stellen Sie sich mal ein schmuddeliges Hinterzimmer in schwarz-weiß vor, einen alten Ledersessel und davor einen großen Schreibtisch. Sie können sich das Studio heute Abend bei mir gerne in diesem Flair vorstellen. Ich habe das auf jeden Fall im Kopf, wenn ich mir ein Detektivbüro vorstelle. Wie viele von solchen Detektiv-Klischees tatsächlich stimmen, darüber möchte ich in dieser Stunde mit Patrick Kurtz sprechen. Er ist der Inhaber der Kurtz Privatdetektei in Berlin. Ich freue mich sehr, dass Sie da sind, Herr Kurtz.“

Patrick Kurtz: „Ich freue mich auch.“

Paula Drope: „Ich habe gerade schon das Bild von einem Hinterzimmer in schwarz-weiß heraufbeschworen. Ist Ihr Detektivbüro auch schwarz-weiß?“

Patrick Kurtz: „Schwarz-weiß ist es nicht. Aber das mit dem Sessel kann ich bestätigen: Ich habe Chesterfield Sessel im Büro stehen und einen großen Schreibtisch. Die Sessel sind allerdings nicht so alt.“

Paula Drope: „Aber kommt das Klischee bei Ihnen ungefähr hin?“

Patrick Kurtz: „Naja, es ist kein Hinterhofzimmer. Es ist ein Zimmer zum Garten, in dem ich arbeite. Ich denke, relativ viele Klischees werden die Klienten, die dort hineinkommen, schon bestätigt finden aufgrund der schweren Sessel, aufgrund des großen Schreibtisches und auch wegen der Bilder an der Wand. Ich habe zum Beispiel ein Mitbringsel aus dem Sherlock-Holmes-Museum in der Baker Street in London: Im Detektivbüro hängt ein Bild von Sherlock-Holmes. Und noch diverse andere Utensilien die daran erinnern.“

Paula Drope: „Sie, liebe Zuhörer, können sich dieses Büro natürlich auch mal anschauen. Wir haben Fotos und Artikel zu dieser Sendung und zu diesem Büro, auf unserer Homepage mephisto976.de. Da können Sie nach dieser Sendung auch mal reinschauen.“


Chesterfield Möbel und englische Schreibtische in einem Büro; Detektivbüro Berlin, Detektei Berlin, Detektiv Berlin
Beispiel eines (aufgeräumten) Detektivbüros der Detektei Kurtz. Zahlreiche Klischees über Privatdetektive werden bedient – allerdings nicht um der Klischees willen, sondern weil wir hier eine sehr gute und konzentrierte Arbeitsatmosphäre schaffen.

Recherche oder Observation? Detektiv-Tätigkeiten sind nicht nur Action, sondern auch viel Schreibtischarbeit.


Paula Drope: „In Ihrem Büro, da brüten Sie ja dann wahrscheinlich über verschiedene Fälle, kann ich mir vorstellen. Wie sieht der typische Alltag eines Privatdetektivs aus? Wie sieht Ihr typischer Alltag aus?“

Patrick Kurtz: „Mein typischer Alltag unterscheidet sich ein bisschen vom typischen Alltag meiner Kollegen. Weil ich der Geschäftsführer, der Geschäftsinhaber bin, muss ich mich viel mit organisatorischen Dingen abgeben. Das heißt, dass ich größtenteils morgens den PC hochfahre und dann E-Mails checke, dass ich Einsätze durchplane, dass ich Berichte gegenlese. Ich bin nur noch selten selbst auf der Straße für Observationen. Das Haupteinkommen der meisten Detektive liegt allerdings darin, dass sie auf der Straße Observationen durchführen. Das mache ich inzwischen nur noch selten. Dementsprechend unterscheidet sich das dann so ein bisschen. Was ich dann größtenteils zu Hause mache oder bei Behördengängen oder auch an anderen Orten, sind Recherchen. Beispielsweise zu Adressen, die gefunden werden müssen, bei Schuldnern, die säumig und verzogen sind, oder auch bei Familienangehörigen, die gefunden werden sollen. Mit solchen Dingen beschäftige ich mich häufiger. Das ist eher Schreibtischarbeit.“


Grundausrüstung unserer Detektive aus Berlin


Paula Drope: „Im Moment gehören zu Ihrer Grundausrüstung eher ein Computer und ein gutes E-Mail-Programm. Sie haben ja schon gesagt, Sie waren auch selbst mal unterwegs, haben selbst auch Observationen gemacht? Was gehört denn da zur detektivischen Grundausrüstung? Ich würde jetzt einfach mal raten: Lupe, Dietrich und Kamera?“

Patrick Kurtz: „Dietrich eher weniger. Gut, es schadet nicht, wenn man etwas dabei hat für bestimmte Situationen, in denen es legal ist, Türen zu öffnen. Die tauchen allerdings selten auf. Wir hatten das zwar schon mal, wenn beispielsweise Autos unterschlagen wurden. Sogar ein Boot hatten wir mal, das unterschlagen worden ist und das wir dann in einer bestimmten Garage vermutet haben, die sogar demjenigen gehört hat, der auch der Eigentümer des Bootes war. Die Garage ist quasi ebenfalls unterschlagen worden, weil der ehemalige Mieter sein Schloss einfach dran gelassen hatte, sodass man die Garage nicht mehr öffnen konnte – ohne Dietrich. An diesem Schloss haben wir uns dann ein bisschen gütlich getan. Ansonsten ist aber vor allem ein Auto ganz wichtig für viele Observationen, und die Kamera ist mit Abstand das wichtigste Utensil eines Detektivs.“

Paula Drope: „Sie haben gerade schon ein bisschen gelacht, als Sie über den Dietrich gesprochen haben. Ist es dann auch ein bisschen Aufregung, wenn man wirklich mal so was Klischeebehaftetes benutzen kann?“

 

Patrick Kurtz: „Allzu aufgeregt sollte man nicht sein, da man eine ruhige Hand braucht. Man braucht ein sehr feines Gefühl. Das heißt Lockpicking, was wir da verwenden. Das ist eine Methode aus Amerika, meine ich, mit der man Schlösser öffnen kann. Ich bin da nicht allzu gut drin, muss ich sagen. Ich hatte Kollegen bei der Detektivausbildung, die ein deutlich besseres Geschick und ein deutlich besseres Gefühl für diese Werkzeuge hatten. Aber zur Not bekomme ich das auch noch hin bei einigen Schlössern.“


Von Kontakten und sportlichen Detektiven


Paula Drope: „Es klang ja gerade schon ein bisschen durch, dass Sie hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten. Eben weil Sie auch viele Mitarbeiter haben – bis zu 50 freie Mitarbeiter. Sie haben eine international agierende Detektei, was gehört denn zu so einer Detektei dazu? Ich würde jetzt mal mit den drei ??? sprechen: Sie sind dann wahrscheinlich der erste Detektiv Justus Jonas und wer ist dann der zweite Detektiv und wer macht Recherchearbeit?“

Patrick Kurtz: „Die drei ??? sind nicht mein Fachgebiet. Recherche, das machen die verschiedensten Leute. Häufig sind es ja auch Vor-Ort-Recherchen, das heißt, dass ich dann meine Kollegen vor Ort brauche, die dort die Recherchen durchführen. Was an Behördengängen zu machen ist, was über das Internet zu machen ist, was auch über Kontakte zu machen ist, die man braucht – beispielsweise zu Behördenmitarbeitern –, das liegt dann natürlich in der Hand von ein paar wenigen, die die entsprechenden Kontakte tatsächlich haben. Dazu gehöre dann auch ich. Der zweite bei den drei ???, was hat der für eine Funktion?“

Paula Drope: „Das habe ich mich auch immer gefragt. Der ist einfach der zweite Detektiv und der sportliche von den beiden. Also Peter Show ist der sportliche.“

Patrick Kurtz: „Achso, allzu viele sportliche Mitarbeiter habe ich, glaube ich, nicht, muss ich sagen.“

Paula Drope: „Also zu Verfolgungsjagden kommt es dann …“

Patrick Kurtz: „… im Auto, das ist ja das Problem. Man sitzt eben viel rum und dementsprechend hat man nicht so wahnsinnig Zeit zum Sport treiben.“


Detektivarbeit ist heute Teamarbeit | Detektiv-Team Berlin


Paula Drope: „Und vielleicht nochmal die Frage: Was genau macht so eine Detektei aus, im Gegensatz vielleicht dann zu dem alleine arbeitenden Detektiv im Hinterzimmer?“

Patrick Kurtz: „Teamarbeit ist ganz entscheidend, allein schon weil man nicht überall, in jeder Stadt und zu jeder Behörde Kontakte haben kann. Allein weil man auch nicht überall ortskundig sein kann, man bei Observationen auch immer Unterstützung braucht. Es gibt zwar auch Observationen, die wir mit nur einem Observanten fahren, gerade für Privatpersonen. Immer allerdings wenn es in den wirtschaftlichen Bereich reingeht, sagen wir grundsätzlich, wir brauchen mindestens zwei Leute, weil einfach das Erkennungsrisiko zu groß ist, wenn man alleine hinter jemandem herfährt. Man muss ja die Balance halten zwischen Sichtkontakt halten und eben selbst nicht gesehen werden. Das ist schwierig, wenn man sich nicht abwechseln kann. Deshalb ist Detektivarbeit heute Teamarbeit.“


Das Lange Interview über Detektive – Teil 2


Mit dem zweiten Teil geht es in Kürze weiter.