Auf der Suche nach der Wahrheit: Detektiv Patrick Kurtz in der Offenbach-Post


Ein Artikel von Eva-Maria Lill nach einem Interview mit Patrick Kurtz: Beobachtungen aus einem Frankfurter Detektivbüro


„Über Tapetengeschmack lässt sich streiten. Über Intelligenz nicht. Privatdetektiv Patrick Kurtz jagt in Frankfurt Betrüger und Banditen. Und eifert dabei nicht nur in Sachen Büroeinrichtung einem seiner Vorbilder nach: Sherlock Holmes.

Patrick Kurtz sieht viel jünger aus als seine Möbel. Er ist 27, sein Vitrinentisch geschätzte hundert. Auf dem polierten Holz steht eine Flasche Ardbeg-Whisky, das schwarz-rote Leder des Zweisitzers knarrt. Patrick Kurtz’ helle Brogue-Oxford-Schuhe auch. Sein Büro ist eine Zeitmaschine für Verlorene. Für Hilfesuchende, Betrogene, Opfer. Kurtz ist Detektiv – einer von etwa 75 in Frankfurt. Seinen ersten Betrieb eröffnete der Thüringer Anfang 2013 in Leipzig. Mittlerweile gehören ihm deutschlandweit 28 Detekteien, seit 2014 auch eine in der Mainmetropole.

Wir haben mit ihm über seinen Beruf gesprochen, über Klischees und Ausharren im Auto. Anlass: Am Pfingstwochenende strahlt die ARD die vierte Staffel der britischen Erfolgsserie Sherlock aus. Kurtz ist ein großer Fan – und mit Pfeife, Macbook und Spiegelreflex selbst eine moderne Variante des genialen Holmes.“


Von echter Detektivarbeit in Frankfurt am Main


Offenbach-Post: „Herr Kurtz, treffen Sie viele Menschen, die eine falsche Vorstellung von Ihrem Beruf haben?“

Patrick Kurtz: „Sicher. Schuld daran sind vor allem Fernsehproduktionen, in denen Ermittler unbescholten in Wohnzimmerfenster fotografieren und sich im Anschluss prügeln.“

Offenbach-Post: „Der Alltag in Frankfurt ist sicher langweiliger.“

Patrick Kurtz: „Eher auf andere Art spannend. Zu körperlichen Streitereien kommt es fast nie. Vielleicht ein Mal in hundert Fällen. Und wir müssen auf Gesetze achten. Eindringen in den höchstpersönlichen Lebensbereich ist verboten – etwa das Fotografieren ins Haus. Oder auch ins Auto. Wenn jemand auf einem Feldweg im Wagen Geschlechtsverkehr hat, darf ich nicht einfach ranzoomen und auslösen.“

Offenbach-Post: „Was dürfen Sie denn?“

Patrick Kurtz: „Das ist in Deutschland gesetzlich nicht genau geregelt, da gibt es Nachholbedarf. Wir müssen uns aktuelle Gerichtsurteile anschauen, um ein Bild davon zu bekommen, was erlaubt ist. Bis vor einigen Jahren war es zum Beispiel Usus, dass wir GPS-Tracker nutzen, um ein Bewegungsprofil zu erstellen. Dann gab es 2013 eine Reihe von Beschlüssen, bei denen Kollegen zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Prinzipiell muss unser Auftraggeber ein berechtigtes Interesse an der Lösung des Falls haben, damit wir arbeiten dürfen – schließlich greifen wir mit jeder Ermittlung ohnehin in das Persönlichkeitsrecht ein. Dieses Interesse ist etwa gegeben bei Eheleuten, die eine wirtschaftliche Verbindung haben. Aber nicht, wenn ich eine Freundin, die ich seit zwei Wochen habe, aus Eifersucht bespitzeln möchte.“

Offenbach-Post: „Wie ist die Zusammenarbeit mit der Polizei?“

Patrick Kurtz: „Entweder wir übernehmen Fälle, die gar nicht bei den Beamten landen. Oder wir werden parallel engagiert. Oft ist die Zusammenarbeit nicht leicht. Das ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Frankfurt haben wir keine Probleme. In Leipzig ist es vorgekommen, dass sich Beamte in ihrer Ehre gekränkt gefühlt haben und deshalb unseren Hinweisen nicht nachgegangen sind.“


Fallarten und Detektiv-Kosten


Offenbach-Post: „Mit welchen Fällen haben Sie es hauptsächlich zu tun?“

Patrick Kurtz: „Mit Betrug. Im Privaten handelt es sich meist um Untreue, im Wirtschaftlichen um Blaumachen oder Abrechnungsbetrug. Diebstahl kommt auch häufig vor.“

Offenbach-Post: „Und in Frankfurt?“

Patrick Kurtz: „Frankfurt ist Finanzstandort, dementsprechend sind wir häufig für Unternehmen unterwegs. Außerdem fällt auf, dass die Menschen uns eher bezahlen können als zum Beispiel im Ruhrgebiet.“

Offenbach-Post: „Das heißt, Sie sind teuer?“

Patrick Kurtz: „Wir nehmen einen Stundensatz von 59 Euro. Brutto für Privatpersonen, netto für Unternehmen.“

Offenbach-Post: „Der klassische Kunde ist also Besserverdiener?“

Patrick Kurtz: „Kann man so sagen. Aber ab und an gibt es auch den Rentner, der lange gespart hat, um nach seiner Familie zu suchen.“


Sind Detektiv-Observationen langweilig?


Offenbach-Post: „Da wir bei Klischees sind: Ehebrecher sind meistens Männer, oder?“

Patrick Kurtz: „Nein. Männer und Frauen engagieren uns etwa gleich oft. Aber eine genaue Statistik über Fallzahlen führen wir noch nicht.“

Offenbach-Post: „Wie gehen Sie, sagen wir mal, vor, wenn Sie einen Betrüger suchen?“

Patrick Kurtz: „In der Regel sind wir Beobachter und greifen nicht ein. Etwa achtzig Prozent unserer Zeit observieren wir. Davon zwei Drittel im Auto, ein Drittel zu Fuß. Der Rest ist Recherche in Datenbanken.“

Offenbach-Post: „Wird das nicht auf Dauer öde?“

Patrick Kurtz: „Vieles ist Routine, ja. Wir behandeln aber jeden Auftrag mit der gleichen Ernsthaftigkeit – schließlich geht es für unsere Kunden oft um Lebensentscheidendes.“

Offenbach-Post: „Und das Observieren? Stundenlang im Auto  …“

Patrick Kurtz: „Da höre ich Hörbücher oder Hörspiele – dabei kann ich mich konzentrieren und gleichzeitig fortbilden. Wenn ich müde werde, kommt schneller Rock ins Radio und wird laut aufgedreht.“

Offenbach-Post: „Fällt das den Anwohnern nicht auf?“

Patrick Kurtz: „Bisher bin ich einmal entdeckt worden. Eine Zielperson kam während eines Einsatzes aus einem Mehrfamilienhaus, klopfte an die Scheibe und meinte, dass wir unsere Observation ruhig einstellen könnten. Vermutlich hatte jemand dem Verdächtigen einen Tipp gegeben. Wir mussten uns also eine alternative Ermittlungsmethode einfallen lassen – und haben den Fall trotz Enttarnung schließlich gelöst.“


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Nicht immer ist bei Observationen Action angesagt. Den Fokus dennoch auf einem hohen Level zu halten, gehört zu den wichtigsten Anforderungen an moderne Detektive in Deutschland. 

„Was macht einen guten Detektiv aus?“


Offenbach-Post: „Wie oft haben Sie Erfolg?“

Patrick Kurtz: „Das kommt aufs Budget an. Können wir zwei Tage observieren, bestätigt sich der Verdacht in etwa 70 Prozent der Fälle. Reicht das Geld nur für ein paar Stunden, ist die Quote geringer.“

Offenbach-Post: „Was macht einen guten Detektiv aus?“

Patrick Kurtz: „Intelligenz und das Vermögen, kausale Zusammenhänge zu begreifen. Man muss konzentriert bleiben, selbst wenn stundenlang nichts passiert. Nervenstärke ist wichtig und Fitness, um extreme Hitze oder Kälte im Auto aushalten zu können. Ein Fenster zu öffnen ist tabu – die spiegelnden Scheiben machen es schwerer, uns zu entdecken. Und: Man muss in der Lage sein, Menschen glaubhaft anzulügen, um an Informationen zu kommen.“

Offenbach-Post: „Und das können Sie gut?“

Patrick Kurtz: „Ich bin geübt darin, kreative Lösungen zu finden. Der Beruf passt zu mir. Ich rauche Pfeife, seit ich 14 bin, und habe Detektivromane verschlungen. Eigentlich habe ich Literatur studiert und hatte zwischen Bachelor und Master Zeit. Ich habe ein Praktikumsangebot gesehen – in einer Detektei. Daraus ist nichts geworden. Angeregt von der Ausschreibung habe ich mich darüber informiert, wie man Detektiv wird. In Deutschland braucht man dafür nur ein Führungszeugnis. Später bin ich an die Sicherheitsakademie in Berlin gegangen und habe ein halbes Jahr eine IHK-Fortbildung absolviert – und mich dann selbstständig gemacht.“

Offenbach-Post: „Offenbar mit Erfolg.“


Von Sherlock Holmes und Schießübungen in der Wohnung


Patrick Kurtz: „In Deutschland ist das Detektivgewerbe ein Einmanngewerbe. Ich beschäftige sechs Angestellte, und wir arbeiten mit Nachunternehmern zusammen.“

Offenbach-Post: „Also haben Sie nicht bloß einen treuen Watson an der Seite?“

Patrick Kurtz: „Ich habe viele.“

Offenbach-Post: „Sherlock Holmes ist Ihr Vorbild. Was fasziniert Sie?“

Patrick Kurtz: „Holmes ist eine realistisch gezeichnete Kunstfigur. Selbst die Viktorianer glaubten, dass er echt sei. Als Doyle ihn 1893 in Das letzte Problem sterben ließ, trug London Trauer. Interessant ist das Geniale der Figur, dass er jedes Verbrechen lösen kann, quasi ein geistiger Superman ist. Aber absurderweise nicht weiß, ob sich die Erde um die Sonne oder die Sonne um die Erde dreht.“

Offenbach-Post: „Holmes’ wichtigste Waffe ist die Logik. Ihre auch?“

Patrick Kurtz: „Eher selten, da wir in den wenigsten Fällen Rätsel lösen müssen.“

Offenbach-Post: „Und Emotionen? Holmes ist nicht für Empathie bekannt  …“

Patrick Kurtz: „Ich kann Leute nicht einfach anschreien. Auch wenn wir schlechte Nachrichten überbringen, darf ich mir nicht vor Freude darüber die Haare raufen, dass ich einen Fall gelöst habe. Das würde – im Gegensatz zu den Romanen – nicht zu Anerkennung führen, sondern eher zum Stinkefinger und einer schlechten Google-Bewertung.“

Offenbach-Post: „Sind Sie gar nicht exzentrisch?“

Patrick Kurtz: „Na ja. Ich habe in meiner alten Wohnung tatsächlich mal mit einer Pistole auf meine Wand geschossen – wie Sherlock. Natürlich nicht mit scharfer Munition (lacht).“

Offenbach-Post: „Wie bitte?“

Patrick Kurtz: „Es hat sich so ergeben. Ich wollte schießen üben. Draußen ist das verboten, also hab ich’s drin gemacht. Aber zu Ihrer Beruhigung, Drogen nehme ich keine.“

Offenbach-Post: „Wenn Sie geübt im Umgang mit Waffen sind, wird es oft brenzlig?“

Patrick Kurtz: „Es kommt vor, dass Menschen uns im Nachhinein Prügel androhen. Kollegen ist jedoch einmal richtig der Angstschweiß ausgebrochen. Sie wurden von einer kurdischen Familie engagiert, um deren volljährige Tochter zu suchen. Als sie diese gefunden hatten, mussten sie die Frau fragen, ob sie ihre Adresse weitergeben durften. Sie fing an zu weinen und gab zu, dass sie Angst vor ihrer Familie hatte, weil sie in einer Beziehung zu einem nicht-muslimischen Deutschen lebte. Die Kollegen sind der Moral gefolgt und haben sie nicht verraten. Als sie der Familie das überbrachten, war auf einmal ein Haufen Menschen da, die einen Kreis um meine Kollegen gebildet und sie bedroht haben. Zum Glück ist es glimpflich ausgegangen.“


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Patrick Kurtz‘ Lieblings-Holmes


Offenbach-Post: „Wenn Sie sich einen Holmes aus einer Adaption als Boss aussuchen könnten, welcher wäre das?“

Patrick Kurtz: „O je. Ich ordne mich nicht gern unter und würde im Gegensatz zu Watson nicht klein beigeben. Ärger wäre programmiert.“

Offenbach-Post: „Aber Ihren Lieblings-Holmes, den können Sie verraten?“

Patrick Kurtz: „Sicher. Zum einen Jeremy Brett aus der Granada-Serie der 80er Jahre. Zum anderen Benedict Cumberbatch aus der BBC-Reihe, die an Pfingsten in der ARD läuft. Jeremy Brett hat Holmes damals so nahe wie möglich an dem gespielt, was Doyle in seinen Geschichten beschreibt, also als Denker und Redner. Doyles Holmes ist im Original ein Exzentriker. Cumberbatch macht ihn zum Soziopathen. Er hat die Figur neu erfunden.“


Hinweis


Es handelt sich teilweise nicht um Originalzitate von Patrick Kurtz. Insbesondere sprach er nicht davon, dass die Detektei Kurtz früher GPS-Tracker eingesetzt habe, sondern dass die Verwendung in der Branche üblich gewesen sei.

Der Originalartikel der Offenbach-Post erschien unter https://www.op-online.de/region/frankfurt/suche-nach-wahrheit-frankfurter-detektiv-patrick-kurtz-8369021.html.


Alle Namen und Orte sind selbstverständlich zur vollständigen Unkenntlichkeit verändert.

 

Kurtz Detektei Frankfurt am Main

Mainzer Landstraße 341

60326 Frankfurt a.M.

Tel.: 069 1201 8431

Mail: kontakt@kurtz-detektei-frankfurt.de

Web: https://www.kurtz-detektei-frankfurt.de

https://www.kurtz-detektei-frankfurt.de/2017/06/09/auf-der-suche-nach-der-wahrheit-detektiv-patrick-kurtz-in-der-offenbach-post/

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Ehebruch mit dem Trauzeugen und besten Freund des Mannes | Detektiv-Observation in Chemnitz


Ein Tipp weckt einen furchtbaren Verdacht


Seit zwölf Jahren war das Ehepaar Leisnig verheiratet, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Herrn Leisnigs bester Freund, Herr Nossen, hatte ihnen bei der Eheschließung als Trauzeuge gedient und pflegte bis heute ein sehr enges Verhältnis zur Familie: Man machte gemeinsame Urlaube, traf sich regelmäßig nach der Arbeit und an den Wochenenden, er kümmerte sich um die Kinder, wenn seine Hilfe benötigt wurde, und diente ihnen als Patenonkel.

Am vorvergangenen Wochenende fuhr Frau Leisnig zu einem Weiterbildungsseminar nach Rügen, Herr Nossen verbrachte das Wochenende bei der Familie seiner Cousine in Göttingen – so sagten sie zumindest. Denn am darauffolgenden Montag wurde Herr Leisnig nach der Arbeit von einer Bekannten abgepasst, die ihm mit sichtlichem Unbehagen eine Mitteilung zu machen hatte: Sie habe vergangene Woche mit ihrem Lebensgefährten Urlaub im Ostseebad Binz auf Rügen gemacht und dort Frau Leisnig und Herrn Nossen engumschlungen die Strandpromenade entlanglaufen sehen. Der Ehemann wies die Bekannte brüsk ab – das sei eine unverschämte Unterstellung und könne auf keinen Fall der Wahrheit entsprechen! Doch die Angelegenheit ließ ihn in den nächsten Tagen nicht mehr los. Sein bester Freund und seine Frau, die beiden Menschen, die ihm im Leben nach seinen Kindern am meisten bedeuteten, sollten ihn aufs Perfideste betrügen? Das konnte nicht sein! Oder doch? Hatte er die Anzeichen übersehen, weil er sich nie hätte vorstellen können, dass so etwas möglich war? Er kramte in seinen Erinnerungen und fand dort tatsächlich Situationen vor, die andere Ehemänner wohl merkwürdig gefunden und hinterfragt hätten. Schließlich hielt er es nicht mehr aus und beauftragte deshalb unsere Detektei in Chemnitz* damit, seine Ehefrau zu überprüfen.


Unauffällige Alltagsaktivitäten während der Observationen


Die Observation begann an der Arbeitsstelle Frau Leisnigs, dem Klinikum, wo sie halbtags tätig war. Der Auftraggeber unserer Privatdetektive in Chemnitz* wollte gern in Erfahrung bringen, ob sie sich nach der Arbeit tatsächlich, wie sie behauptete, mit einer Freundin zum Kaffeetrinken traf, bevor sie zuhause für die Kinder das Essen vorbereitete. Die Angaben der Verdächtigten bestätigten sich: Die Freundin holte sie von der Arbeit ab, fuhr mit ihr zu einem Café und setzte sie nach dem Kaffeetrinken noch bei einem Zahnarzt ab. Anschließend ging Frau Leisnig zu Fuß nach Hause, ohne an diesem Tag Kontakt zu Herrn Nossen gehabt zu haben.

An Tag zwei beobachteten die Ermittler einen Sparkassenbesuch und einen Aufenthalt in einem Sport-Center.

Das Resultat der Personenüberwachung unserer Privatdetektei in Chemnitz* am dritten Tag hätte in der Summe der bisherigen Erkenntnisse schon fast das Ende des Auftrags bedeutet, denn die Aktivitäten der Zielperson blieben weiterhin unauffällig: ein Friseurbesuch, ein paar Besorgungen im Baumarkt und ein Einkauf in einem Supermarkt – alles allein und ohne Sichtung des vermuteten Liebhabers. Herr Leisnig fühlte sich inzwischen hörbar schlecht, da es ganz so aussah, als habe er seine Frau und seinen besten Freund zu Unrecht verdächtigt. Gleichzeitig schimpfte er über die Bekannte, die ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt habe. Ganz beruhigt war er allerdings noch nicht und prüfte deshalb – quasi als letzte Absicherung – das Handy seiner Frau.


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Das Klinikum Chemnitz war Tag für Tag Ausgangspunkt für die Observationen unserer sächsischen Ermittler. 

Handyfunde bringen neue Zweifel


Zwar fanden sich in den Nachrichten auf dem Smartphone Frau Leisnigs keine verdächtigen Aussagen im Chat zwischen den Zielpersonen unserer Detektive in Chemnitz*, jedoch gab es in einem Fotoordner mit Urlaubsbildern der Familie ein offenbar bewusst verstecktes Bild eines männlichen Geschlechtsteils, das nicht Herrn Leisnigs bestes Stück zeigte. Außerdem zeigte die Anrufliste eine extrem hohe Anzahl von Anrufen zwischen seiner Frau und seinem Trauzeugen, viele davon hatten nur wenige Sekunden gedauert, andere waren bis zu zwei Stunden gegangen – die längeren immer zu Zeiten, in denen sich Herr Leisnig nicht im selben Gebäude wie seine Frau befand. Folgerichtig beschloss er, den Auftrag fortzusetzen.

Interessanterweise sollte Herr Nossen ohnehin am Folgetag bei der Familie vorbeischauen, um Zeit mit den Kindern zu verbringen und abends ein paar Runden Skat mit Herrn Leisnig und einem weiteren Freund der Familie zu spielen. Als unser Detektivteam in Chemnitz* Frau Leisnig an diesem Tag observierte, begab sie sich erstmals direkt nach der Arbeit nach Hause, ohne irgendwelche Lokalitäten aufzusuchen. Die Zeit musste offenbar gut genutzt werden, denn kurz nach ihrer Ankunft am Einfamilienhaus erschien auch Herr Nossen – zu Fuß. Sein Fahrzeug fanden die Privatermittler bei einer Umfeldsuche ein paar Querstraßen entfernt abgeparkt. Gegen 14:45 würden die Kinder von der Schule heimkehren, Herr Nossen verließ das Haus um 14:32, ging zu seinem Fahrzeug, wartete dort eine Viertelstunde und fuhr anschließend wieder am Grundstück der Familie vor, um das Auto dieses Mal direkt vor Ort zu parken und sich wieder ins Haus zu begeben – eine sehr verdächtige Abfolge der Ereignisse. Doch handfest beweisen konnte unsere Privat- und Wirtschaftsdetektei in Chemnitz* damit natürlich nichts, da die eigenen vier Wände zum geschützten höchstpersönlichen Lebensbereich gehören und somit für die Einsichtnahme durch unsere Detektive, geschweige denn für die Fertigung von Bildmaterial absolut tabu sind.


Starke Indizien vs. Restzweifel – fortgesetzte Einsätze


In den nächsten Wochen unternahmen die Observanten auf Anweisung Herrn Leisnigs, der nach den letzten Beobachtungen in seinem Verdacht natürlich weiter bestärkt worden war, stichprobenartig neuerliche Überwachungen seiner Ehefrau. Zwei weitere Male dokumentierten sie, wie Herr Nossen vor der Rückkehr der Kinder von der Schule allein mit Frau Leisnig Zeit im Haus verbrachte, einmal knapp über dreißig, das andere Mal fast fünfzig Minuten. Hier nicht mehr von einer Affäre auszugehen, hätte schon an Naivität gegrenzt, allerdings konnten diese Beobachtungen eben nicht die letzten Restzweifel beseitigen, dass es für das Ganze womöglich doch eine harmlose Erklärung gab. Der Auftraggeber unseres Detektivbüros für Chemnitz grübelte darüber natürlich Tag und Nacht und fand auf diese Weise diverse alternative Erklärungsmodelle, bspw. stand für ihn ein runder Geburtstag an und es wäre durchaus denkbar, dass sich seine Ehefrau und sein bester Freund zu zweit etwas ganz Besonderes einfallen lassen wollten. Warum aber verbargen sie das so vehement vor den Kindern und weshalb parkte Herr Nossen sein Fahrzeug so auffällig unauffällig um? Alles Grübeln half nichts, Beweise mussten her, und so gingen die Ermittlungen weiter.


Unglückliche Umstände gut genutzt


Gewissheit sollte kommen. Einige Wochen später stürzte Herrn Leisnigs Mutter in ihrer Wohnung in Dresden und brach sich dabei Knochen in beiden Armen, weshalb sie operiert werden musste und in vielerlei Hinsicht auf Hilfe angewiesen war. So kam es, dass unser Klient immer wieder nach Dresden fuhr und dort teilweise auch übernachtete, um seine Mutter zu unterstützen. Für ihn bedeutete das natürlich eine zusätzliche emotionale Belastung und großen Stress, für unsere Detektei in Chemnitz* hingegen ergab sich eine Chance, denn dass sich die beiden Zielpersonen in Abwesenheit des Ehemannes womöglich auch einmal außer Hauses trauen würden, war zumindest wahrscheinlicher als zuvor.

Tatsächlich: An einem dieser Abende bestellte Frau Leisnig in Absprache mit ihrem Ehemann eine Babysitterin, weil sie mit einer Freundin ins Kino gehen wolle. Diese Freundin allerdings hatte einen auffälligen Dreitagebart, stoppeliges Haupthaar und einen deutlich sichtbaren Adamsapfel – es war Herr Nossen. Die beiden Zielpersonen trafen sich auf einem Parkplatz im Stadtteil Adelsberg, begrüßten sich mit Küssen auf den Mund, die eindeutig nicht freundschaftlicher Natur waren, und fuhren anschließend gemeinsam ins Kino in Limbach-Oberfrohna. Vermutlich wählten sie diesen Ort, weil sie in einem der Chemnitzer Kinos befürchtet hätten, von Freunden, Verwandten oder Bekannten gesehen zu werden. Während der Vorstellung, in die sie von einem unserer Chemnitzer Privatdetektive* begleitet wurden, kuschelten sie intensiv und küssten sich hin und wieder. Nach dem Kinobesuch fuhren beide zu einem Stundenhotel, verbrachten dort etwas weniger als eine Stunde, kehrten anschließend zum Parkplatz in Adelsberg zurück und trennten sich schließlich mit Küssen.


Trennung inkl. neuerlicher Demütigung


Als Herr Leisnig von den Resultaten dieses Ermittlungstages erfuhr, wirkte er nicht am Boden zerstört, zu sehr hatte sich in den vergangenen Wochen die Bestätigung des Verdachts abgezeichnet – er hatte es kommen sehen. Doch er machte einen desillusionierten Eindruck und war sicherlich im doppelten Sinne traurig, denn er verlor gleichzeitig seine Ehefrau und seinen besten Freund. Tatsächlich zog Frau Leisnig nach der Trennung, die unser Auftraggeber umgehend im Anschluss an seine Rückkehr aus Dresden vollzog, zu Herrn Nossen – ein weiterer Tiefschlag für den betrogenen Gatten. Beide bekannten, dass die Affäre bereits seit sechs Jahren laufe, immerhin seien aber die Kinder definitiv von Herrn Leisnig. Unser Klient plant, das Sorgerecht für sich zu beantragen.


Alle Namen und Orte sind selbstverständlich zur vollständigen Unkenntlichkeit verändert.  

 

Kurtz Detektei Leipzig

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