Detektei-Inhaber Patrick Kurtz im Interview mit ze.tt, dem Jugendmagazin der Zeit


Salopper Zeitungsartikel über den Detektivberuf


Patrick Kurtz, der Inhaber der Kurtz Detektei Rostock und Mecklenburg-Vorpommern, gab Claudia Wiggenbröker von ze.tt, dem Jugendmagazin der Zeit, ein Interview. Im Ergebnis steht ein salopper Beitrag über den Detektivberuf, der in Teilen mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist:


Beschatten, verfolgen, verhaften? So arbeitet ein Privatdetektiv wirklich


Ein altes Fabrikgebäude am Stadtrand. Zwei Schatten schleichen durch die Nacht, ein Aktenkoffer wechselt den Besitzer. Plötzlich löst sich eine dritte Gestalt aus der Dunkelheit. „Schluss mit den Spielchen“, sagt der Privatdetektiv mit vorgehaltener Waffe – passieren solche Szenen, wie wir sie aus Detektivserien kennen, in der Realität auch so? Voll nicht, erklärt Patrick Kurtz. Und er wird’s wissen, denn er ist wirklich Privatdetektiv.

Die aktive Überwältigung von Tätern entspricht nicht der Realität. Anstatt Gangster selbst dingfest zu machen, halten sich Patrick und seine Kollegen im Hintergrund: „Wir sind passive Beobachter. Detektive beeinflussen das Geschehen nicht, sondern dokumentieren es gerichtsfest. Wir wollen gar nicht, dass man uns bemerkt“, erklärt er. Was bei den Trovatos oder bei Privatdetektive im Einsatz passiert, sei Kokolores.


Detektive sind Einzelgänger


In der Regel ermittelt Patrick auch nicht bei Verbrechen – sondern bei Vergehen. Die meisten Fälle drehen sich um das Thema Betrug. „Zum Beispiel beauftragen uns Unternehmen, wenn sich ein Mitarbeiter auffällig oft krankmeldet. Wir finden dann heraus, ob er für eine andere Firma arbeitet oder in Urlaub fährt – statt krank zu Hause zu sein.“ In der Regel landen die Streitigkeiten selten vor Gericht: „Dass der Betrug strafrechtlich verfolgt wird, ist nur in einem geringen Teil der Fälle so. Und wenn es zum Streit kommt, dann eher vor dem Arbeits- statt vor dem Strafgericht.“ Meistens könnten sich die beiden Parteien aber auch ohne einen Richter einigen.

Ein anderer Mythos über Privatdetektive trifft dagegen zu: „Die Ein-Mann-Detekteien, die man aus Filmen kennt, entsprechen tatsächlich der Wahrheit“, erklärt Patrick. „Eine Detektei, die viele Festangestellte hat, ist sehr selten.“ Patrick bestätigt als Ausnahme die Regel: Er hat seine eigene Detektei gegründet, ist in ganz Deutschland und der Schweiz tätig. Er hat inzwischen fünf Festangestellte. Daneben bearbeiten über 40 selbstständige Detektive die Aufträge, die Patrick ihnen zuweist.


„Du kannst nicht in den Verkehr rasen“


Im Gespräch mit Patrick fällt auf, dass er häufig Wörter wie Observation oder Zielperson verwendet. Das sind die beiden Begriffe, um die sich der Alltag eines Detektivs hauptsächlich dreht. „Der Großteil unserer Arbeit sind Observationen“, sagt Patrick. Die seien allerdings weniger spannend, als uns viele Filme glauben machen wollen: „Es kann schon sein, dass man 17 Stunden lang eine Tür anstarren muss, aus der niemand herauskommt.“ Geduld sei deshalb die Eigenschaft, die ein Detektiv auf jeden Fall mitbringen müsse.

Observationen müssen allerdings nicht immer öde sein. Genau das ist der Part, den Patrick am meisten an seinem Job liebt: Der Zielperson auf den Fersen zu bleiben, wenn es schwierig wird. Das heißt allerdings nicht, dass Detektive mit wild quietschenden Reifen und einer Waffe im Anschlag durch die Stadt rasen. „Das funktioniert nicht wie bei Til Schweiger, der im Tatort herumballert. Aber es macht Spaß, wenn sich die Zielperson viel bewegt, sodass man hochkonzentriert sein muss, um ihr überhaupt folgen zu können.“

Das funktioniere allerdings nicht immer: „Es kann passieren, dass man den Sichtkontakt zur Zielperson verliert. Wenn sie zum Beispiel noch über die Ampel fährt, obwohl die bereits rot ist. Wenn der Gegenverkehr schon von der anderen Seite kommt, kann man natürlich nicht mehr weiterfahren“, erzählt Patrick. Viele Auftraggeber hätten allerdings wenig Verständnis dafür. „Sie meinen dann, dass schlecht gearbeitet wurde. Aber man kann nun mal nicht in den laufenden Verkehr reinrasen.“


Fingerabdrücke sichern; Detektiv Rostock, Detektei Rostock, Privatdetektiv Mecklenburg-Vorpommern
Auch Spurensicherung und -auswertung zählt zu den Aufgabengebieten privater Ermittler wie unserer Rostocker Detektive. 

Schuldner sind der Schrecken


Zu Patricks Auftraggebern gehören neben Unternehmen auch Privatpersonen. Die Fälle sind oft so klassisch, wie man sich das vorstellt: Ein eifersüchtiger Ehepartner setzt die Detektive auf die bessere Hälfte an. Diese Aufträge sind oft leichter zu beackern als andere: „Die mutmaßlich betrogene Ehefrau hat natürlich jede Menge Informationen über ihren Mann. Sie könnte uns Namen, Adressen, Fahrzeugnummer liefern. So können wir planen, wann und wo eine Observation sinnvoll wäre.“

Schwieriger sind dagegen solche Fälle: „Wenn Leute Geld verliehen haben und der Schuldner ist danach spurlos verschwunden – dann existieren meistens relativ wenig Informationen über den. Und wenn, dann häufig gefälschte“, sagt Patrick. „Da geht es natürlich in erster Linie um Recherche: Wer ist die Person wirklich und wo hält sie sich auf?“


Betrügende Partner/innen überführen? 350 Euro, bitte


Wie teuer es für Patricks Klienten wird, kann man meistens nicht vorhersagen. „Es kann passieren, dass wir einen mutmaßlichen Ehebrecher observieren und er innerhalb von zwei Stunden in den Puff geht. Dann ist die Sache erledigt.“ Im Idealfall könne der Betrogene seinen Partner schon mit 350 Euro überführen. „Genauso kann es sein, dass man jemanden tage- oder wochenlang beobachtet und überhaupt nichts Relevantes passiert.“

Es gebe allerdings Erfahrungswerte, erklärt der Detektiv. Sehr teuer kann es zum Beispiel beim Thema Unterhalt werden: Bekommt jemand nach seiner Scheidung Unterhalt vom Ex-Ehepartner, gilt der Anspruch nur, solange man wirklich Single ist. „Deshalb verheimlichen die Leute oft eine neue Beziehung – und machen daraus ein richtiges Versteckspiel: Sie mieten zwei Wohnungen an, obwohl sie zusammenleben. Parken kilometerweit weg, damit keiner das Auto sieht. Verkleiden sich.“

In solchen Fällen müssen die Detektive viel Zeit investieren. Denn sie müssen nachweisen, dass es sich wirklich um eine Beziehung handelt – und nicht nur um eine Affäre. „Das kostet dann meistens so um die 5.000 Euro“, erklärt Patrick. Wem das zu teuer ist, der kann ein Maximalbudget für seinen Auftrag festlegen, das die Detektive nicht überschreiten dürfen.


Nicht nur Sherlock raucht


Denkt man an den berühmten Sherlock Holmes, gibt es noch ein Detektiv-Klischee, das auf Patrick zutrifft: Er raucht ebenfalls Pfeife. Und für Kriminalromane hat er sich sowieso schon immer begeistert. Dadurch ist er allerdings nicht auf seinen Job gekommen – sondern durch eine Anzeige. In der wurden Praktikanten für den Detektivberuf gesucht. Zu diesem Zeitpunkt brauchte Patrick eine neue Aufgabe: „Nach meinem Bachelor habe ich einen Studiengang ausgesucht, den ich nicht direkt im Anschluss machen konnte. Die Bewerbungsfristen lagen einfach doof. Deshalb musste ich ein Jahr überbrücken.“

Also kratzte er seine letzte Kohle zusammen und machte sich auf den Weg nach Berlin, um dort einen Detektiv-Lehrgang zu machen. Er machte sich selbstständig – und wollte eigentlich auch sein Studium fortsetzen. Aber irgendwann wurde das Arbeitspensum dann zu viel. Mittlerweile bleibt Patrick auch kaum noch Zeit, um selbst Observationen zu fahren. Stattdessen kümmert sich der Gründer darum, sein Unternehmen nach vorne zu bringen.


Den Originalbeitrag der ze.tt finden Sie hier.

 

Kurtz Detektei Rostock und Mecklenburg-Vorpommern

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Tel.: 0381 3739 0080

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Web: https://www.kurtz-detektei-rostock.de

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Sherlock Holmes und moderne Detektive: Radiobeitrag mit der Kurtz Detektei Bonn II


Im Radio-Magazin Mephisto 97.6 – Faustschlag“ war Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Bonn, zum Thema Sherlock Holmes und moderne Detektive zu hören – hier gibt es den zweiten Teil. Den ersten Beitrag finden Sie an dieser Stelle auf der Website unserer Bonner Detektive.


Einerseits geniale Detektive, andererseits Spiritismus?


Im schottischen Edinburgh wurde Arthur Conan Doyle 1859 geboren. Und auch wenn sich vieles aus den Holmes-Geschichten auf Doyles Biographie beziehen lässt, etwas scheint nicht hineinzupassen: Conan Doyle glaubte an Feen und Übernatürliches.

Maria Fleischhack: „Das kam nach dem Ersten Weltkrieg, weil er seinen Bruder sowie seinen ältesten Sohn verloren hatte und er da natürlich Hoffnung suchte, dass man mit den Geistern vielleicht noch kommunizieren kann. Das Interesse am Spiritismus war schon vorher da, in den 1880er Jahren war das Okkulte total en vogue. Gerade in Großbritannien und London gab es unheimlich viele Séancen; es wurde ganz viel versucht, mit Geistern zu kommunizieren. Doyle hatte ein riesengroßes Interesse; vorher hatte er auch viele Bücher dazu geschrieben und versucht, das Thema zu umreißen und wissenschaftlich zu erklären. Es heißt, er war immer schon Fan des Irrationalen, was natürlich wieder spannend ist, da er dann mit dem Detektiv Sherlock Holmes eine rein rationale Figur erschaffen hat.“


Ermitteln unsere Privatdetektive aus Bonn wie Holmes?


Wenn das Unmögliche eliminiert wurde, muss das, was übrig bleibt, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist, logischerweise die Wahrheit sein, stellt Sherlock Holmes in einer deutschen Verfilmung von 1983 fest. Und obwohl der Detektiv eine fiktive Figur ist, hat er auch die reale Welt beeinflusst. Methoden wie das Absperren des Tatorts sind heute Gang und Gäbe. Zu Zeiten Doyles waren sie das nicht. Scotland Yard hat sogar eine Datenbank nach dem Detektiv benannt, das „Holmes Office Large Major Enquiry System“, kurz „Holmes“. Ansonsten sind die Fälle aber kaum mit dem Alltag eines Detektivs in Bonn vergleichbar, relativiert Patrick Kurtz.

Patrick Kurtz: „Wir müssen natürlich beachten, dass es 120 Jahre her ist, dementsprechend haben sich viele Methoden überholt. Auch ist es bei uns so, dass die Fälle nicht so mysteriös sind, nicht so durchorganisiert, wie es in den Geschichten der Fall ist. Außerdem ist es größtenteils nicht die Einzelleistung eines Privatdetektivs, die zählt, sondern Teamarbeit. Von daher unterscheidet sich das schon stark.“


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Manche Quellen behaupten, die Methoden des Roman-Detektivs Sherlock Holmes hätten direkten Einfluss auf die Kriminalistik genommen. Zumindest beziehen die Privatdetektive der Kurtz Detektei Bonn Inspiration aus Arthur Conan Doyles Werken.

Auch heute sollten Detektive etwas im Kopf haben


Nach wie vor müssen Detektive aber etwas im Kopf haben und damit auch ihre Erfinder. Das bestätigen sowohl der Bonner Privatdetektiv Patrick Kurtz als auch Anglistik-Dozentin Maria Fleischhack. Die Geschichten von Sherlock Holmes verraten eine Menge über ihren Autor, und auch deswegen gehört die Detektivfigur zu Arthur Conan Doyle – selbst wenn er das nicht so geplant hatte.

Maria Fleischhack: „Er hat bis 1929, also bis ein Jahr vor seinem Tod, weiter Geschichten geschrieben. Und er schrieb andererseits ein Vorwort zu der vorletzten Kurzgeschichtensammlung, in dem er sagt, dass er Sherlock Holmes einfach nicht mehr mochte, dass er etwas anderes machen musste, dass er sich aber doch wieder mit ihm versöhnt hat und das genoss. Es sei eigentlich so etwas gewesen wie eine reale Beziehung zu einem realen Menschen, also ein Auf und Ab. Zum Ende seines Lebens war er dann ziemlich versöhnt mit seiner Figur“, sagt Maria Fleischhack, Anglistik-Dozentin an der Universität Leipzig.

Über Arthur Conan Doyle wusste Christine Warnecke zu berichten.