„Wedding Sherlock“: Stadtgeflüster-Interview über Heiratsschwindel mit Detektiv Patrick Kurtz – Teil I


Dominik Irtenkauf erfährt von Detektiv Patrick Kurtz die Tücken und Lügen der Heiratsschwindler.


„Nicht alles, was glänzt und schön ist, kann Liebe sein. Manchmal trügt der Schein. Betrüger mischen sich unter die Heiratswilligen. Die Kurtz Detektei Mannheim ermittelt zu Heiratsschwindlern, führt auch Observationen in Fällen der Untreue durch. Patrick Kurtz erläutert, welche Maschen die Nepper anwenden.


Patrick Kurtz; Detektei Ludwigshafen, Detektiv Mannheim, Privatdetektiv Heidelberg, Detektei Speyer
Detektiv Patrick Kurtz; Illustration: Stadtgeflüster Interview – Thorsten Kambach

Wie häufig erhält Ihre Detektei Fälle, die Heiratsschwindler betreffen?


Relativ selten. Im Durchschnitt einmal in drei Monaten. Die Anfragen kommen kaum einmal von den Partnern selbst, die vermuten, sie wären einem Heiratsschwindler aufgesessen. Meistens stellt vielmehr das familiäre Umfeld die Aufträge. Zum Beispiel sagt die Schwester: Der Mann, mit dem du da zusammen bist, macht keinen seriösen Eindruck, den solltest du vielleicht überprüfen lassen. Oder die Eltern oder Freunde hegen solche Gedanken. Es sind eher selten die Betroffenen selbst, die eine solche Überprüfung anregen.


Die Betroffenen werden ja eher die rosa Brille aufhaben?


Ja, das auch. Wir recherchieren zum Fall und können dem Auftraggeber vorzeigen, dieses und jenes in der angeblichen Biographie dieser Person stimmt nicht – es handelt sich also um eine nachgewiesene Erfindung –, das hat die Person verschwiegen. Dennoch erleben wir es häufig, dass die geschädigte Partei das nicht wahrhaben möchte. Sie denkt trotz aller anderslautenden Beweise noch immer, das wäre die große Liebe.


Handelt es sich denn bei den Opfern meist um vermögende Personen?


In der Regel. Es gibt aber auch Internet-Schwindeleien. Dabei schreiben Personen aus teilweise anderen Sprachräumen bei Facebook oder Twitter Leute in Deutschland an. Erstmal beginnen sie eine Chatbeziehung, meist taucht eine komplett gefakte Biographie auf. Es entsteht eine Chatsituation, in der sich die Personen ineinander verlieben – bzw. was heißt hier „ineinander“? Der zu prellende Mensch entwickelt Gefühle für den Betrüger. Er wird dann in eine fiktive Beziehung zu einer non-existenten Person gezogen – und kommt aufgrund der emotionalen Bindung nicht mehr raus.


Geht es da auch um Heirat?


Ich weiß nicht, ob es damit so viel zu tun hat. Das sind Leute, die den ganzen Tag am PC sitzen oder einem anderen Gerät, Profile von älteren Frauen, die vermögend wirken, suchen und diese anschreiben. Den Betrügern ist es wahrscheinlich relativ egal, aus welchem Sprachraum die Frauen kommen. Wenn die potenziellen Opfer passend erscheinen, werden sie kontaktiert.


Hätten Sie da ein konkretes Beispiel?


Ja. Eine Frau, die nur Spanisch und etwas Deutsch konnte, wurde auf Englisch angeschrieben. Sie benötigte großteils den Google-Übersetzer, um die Kommunikation zu verstehen. Das war eine Dame um die 70. Schließlich wurde sie von ihrer Schwester überzeugt, dass ein Experte sich den Chat und den virtuellen Liebhaber angucken sollte, ob das seriös ist. Ich habe dann innerhalb von fünf Minuten gesehen, dass das ein Fake-Profil war, brauchte letztlich nur die Google-Bildersuche dafür.


Observation; Detektei Heidelberg, Privatdetektiv Ludwigshafen, Detektiv Mannheim, Detektei Worms

Was wollte der falsche Liebhaber?


Er wollte erwirken, dass er Geld für ein Flugticket bekommt, um sie zu besuchen. Das wäre dann so gewesen, dass sie ihm das Geld überweist und sich letztlich am Flughafen die Beine in den Bauch stehen darf, da er natürlich nie ankommt. Bei diesem Vorgehen handelt es sich um eine häufig verwendete Masche: Der Betrüger sucht eine Frau, die etwas weiter weg wohnt als seine Fake-Person, sodass man unter diesem Vorwand Reisekosten für den Besuch ins Gespräch bringen kann.


Aus der Internetverbindung soll richtiges Leben werden. Das Spiel mit den falschen Identitäten wurde durch das Internet sicher erleichtert.


Das stimmt. Trickbetrügereien wie Heiratsschwindel zeigen unterschiedliche Herangehensweisen in der virtuellen und in der analogen Welt. Im Internet ist es viel einfacher, mithilfe einer Fake-Identität auch über längere Zeiträume anonym zu bleiben, ohne aufzufliegen. Wenn man eine Identität vorgibt, ist das für die andere Person häufig nicht prüfbar. Kommt es in der realen Welt zu persönlichen Treffen, hat das potentielle Opfer auf jeden Fall schon mal ein Gesicht, das man schlecht hinter dem Foto eines anderen verstecken kann. Dieses Gesicht hat man als betroffene Person gesehen. Die Anonymität ist hier also nicht gegeben.


Was heißt das konkret?


Es wird bei der Variante Internetkriminalität nie zu einer echten Heirat kommen, weil die tatsächliche Identität nicht preisgegeben wird. Bei Heiratsschwindlern, die körperlich in Erscheinung treten, gibt es zwar auch die Möglichkeit, dass sie gefakte Identitäten angenommen haben. Dass sogar Geburtsurkunden vorliegen, die man beim Standesamt vorzeigen könnte, dass dann wirklich eine Heirat unter falscher Identität geschlossen werden könnte. Aber so professionell machen es die meisten Täter gar nicht. Viele tauchen da mit ihrem Realnamen auf – und springen quasi von Frau zu Frau. In solchen Fällen, in denen uns echte Identitätsdaten vorliegen, lässt sich für uns relativ einfach nachvollziehen: Wie oft war die Person verheiratet, wie geht es den Partnern, die diese Person sonst noch so hatte, heute?


„Bei einem Fall sind einer Frau reihenweise Männer weggestorben …“


Sind das immer Männer?


Nein. Wir hatten sogar mal den Fall, klassisch wie im Krimi, dass einer verdächtigen Frau reihenweise Ehemänner weggestorben sind. Die sind immer kurz nach der Heirat verstorben und die Frau verfügte über ein ungeheures Vermögen. Sie heiratete immer wieder, konnte den Hals nicht voll genug bekommen. Man findet das auch bei Betrügern in anderen Bereichen, dass sie nicht aufhören können, wenn sie einmal erfolgreich gewesen sind – sie kennen kein Maß mehr.


Da spielt sicher auch eine emotionale Komponente eine Rolle. Wenn die einmal erfolgreich gewesen sind, interessiert es sie, ob sie diese „Eroberung“ noch ein weiteres Mal durchführen können.


Das ist ein Stück weit auch eine Frage des „Talents“. Es gibt Menschen, die eine Gabe haben, Andere für sich einzunehmen, ihnen etwas vorzugaukeln. Die Leute lieben sie einfach. Es gibt Fälle, in denen die Opfer herausfinden, dass sie von diesen charismatischen Personen betrogen wurden, und selbst dann können sie nicht hundertprozentig von der Beziehung ablassen.


Welche Motive könnten diese Geprellten haben?


Wenn man sich einmal in ihre Lage versetzt und sich fragt: Wie würde es mir danach gehen? Wie würde ich darauf reagieren? Also ich wäre stinksauer, wenn mich eine Frau so ausnehmen würde. Wir haben es bei unseren Klienten, also den Opfern dieser Heiratsschwindler, aber häufig erlebt, dass sie diese Wut nicht empfunden haben, die man vermutet. Sie wollten es a) nicht wahrhaben und waren b) zutiefst enttäuscht, statt wirklich wütend. Das Nichtwahrhabenwollen kommt bei fast allen vor. Vielleicht ist die Demütigung so groß, dass die Leute nicht akzeptieren können, was ihnen da passiert ist.


Vielleicht ist das auch eine Generationenfrage. Sie haben ein 70 Jahre altes Opfer genannt. In einer jüngeren Generation sind Heiraten nicht unbedingt populär, Betrug hat da weniger Chancen.


Das kann gut sein. Heutzutage diese rein physische Form des Heiratsschwindels anzuwenden, dass man Frauen oder Männer irgendwo antrifft und innerhalb kürzester Zeit für sich einnimmt, ist eher ein alter Hut. Die Zeit ist ja immer ein wichtiger Faktor für Heiratsschwindler. Erreichen sie ihr Ziel nicht in kurzer Zeit, ist die Sache wegen des notwendigen Aufwands womöglich nicht mehr lukrativ.


Es hat sich also etwas getan?


Das ist heute, da man nicht mehr so früh heiratet – da man vielleicht mehrere Jahre zusammen ist, sogar ein Kind hat ohne Ehe – ein großer Unterschied zu den Zuständen, wie wir sie noch vor 20, 30 Jahren hatten. Ein erschwerender Unterschied für Heiratsschwindler, die es auf dem analogen Weg versuchen. Heiratsschwindler erleben natürlich auf der einen Seite eine erhebliche Erleichterung durch die sozialen Medien und die Anonymisierung im Internet, aber in einer Beziehung zusammenzuleben mit der Absicht des Betruges, ist gesellschaftlich sicher erschwert worden, ja.“


Teil II – Untreue-Ermittlungen durch Privatdetektive


Teil II des Interviews zwischen Dominik Irtenkauf und Privatdetektiv Patrick Kurtz – hauptsächlich über das Thema Ehebruch bzw. Fremdgehen – finden Sie hier.


Hinweis


Die Hervorhebungen (Fettschrift) und Verlinkungen stammen nicht aus dem Originalartikel, sondern von der Kurtz Detektei Mannheim und Rhein-Neckar.


Quelle: Stadtgeflüster Verlag GmbH, „Original Stadtgeflüster Interview“, 5/2018, 13. Jg.

 

Kurtz Detektei Rhein-Neckar

Besselstraße 25

D-68219 Mannheim

Tel.: 0621 9535 4001

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-mannheim.de

Web: https://www.kurtz-detektei-mannheim.de

https://www.kurtz-detektei-mannheim.de/2018/08/12/wedding-sherlock-stadtgeflüster-interview-über-heiratsschwindel-mit-detektiv-patrick-kurtz-teil-i/

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Kleinanzeigenbetrug – Asylbewerber durch die Kurtz Detektei Berlin als Internetbetrüger entlarvt

ebay Logo Kurtz Detektei Berlin, Copyright Brian CantoniHerrn J., dem Auftraggeber der Kurtz Privatdetektei Berlin, ging es weniger um den entstandenen Schaden von knapp über 1.000 € als darum, „solchen Menschen endlich einmal das Handwerk zu legen“, als er sich an unsere Berliner Privatdetektive wandte.

Unser AG hatte bei ebay Kleinanzeigen ein hochwertiges elektronisches Gerät entdeckt, den Kauf mit dem Anbieter telefonisch und per E-Mail geklärt und anschließend die volle Kaufsumme überwiesen. Am Telefon habe der Anbieter einen intelligenten und freundlichen Eindruck gemacht. Trotz ausländischem Akzents sei sein Deutsch gut gewesen. Die Anzeige selbst wirkte seriös: Ein überzeugendes Privatfoto des Gerätes (kein offizielles Produktfoto), eine physische Adresse, eine aktive Telefonnummer. Im E-Mail-Verkehr bot der Verkäufer dem Auftraggeber unserer Berliner Detektive sogar an, das Gerät an der angegebenen Adresse persönlich in Augenschein nehmen und gleich mitnehmen zu können. Herr J. jedoch wohnt in Duisburg.

Der Kaufvertrag war rechtsgültig zustande gekommen durch die gegenseitigen mündlichen und schriftlichen (E-Mails) Einverständniserklärungen der Vertragspartner, das Geschäft zu den besprochenen Konditionen abzuschließen. Ein förmlicher Vertrag ist hierfür nicht notwendig. Trotz dieser überzeugenden Anzeige und des positiven Kontakts mit dem Anbieter sollte das versprochene und bezahlte Gerät niemals bei Herrn J. eintreffen. Weitere Kontaktversuche zum „Verkäufer“ blieben unbeantwortet, und so rief Herr J. die Privatdetektive der Kurtz Detektei Berlin zu Hilfe.  Online Fraud Kurtz Detektei Berlin, Copyright Don Hankins

Aufgrund guter Kontakte zu Bankenmitarbeitern war es Herrn J. selbst möglich gewesen, anhand der Kontoverbindung, an die er das Geld überwiesen hatte, die Adresse des Verkäufers zu ermitteln. Es handelt sich dabei um ein Asylbewerberheim.

Ein Berliner Privatermittler macht sich nun auf den Weg, um diese Adresse zu überprüfen. Wegen der guten Beziehungen, die in Berlin im Allgemeinen zwischen der Sicherheits- und der Detektivbranche herrschen, erhält der Detektiv der Kurtz Detektei Berlin von den zuständigen Securities die Auskunft, die Zielperson habe zwar dort gewohnt, sei aber schon vor einigen Wochen in ein anderes Heim in Berlin gekommen. Der Sicherheitsmitarbeiter händigt unserem Berliner Ermittler die Adresse des Verzugsheims aus.

An diesem zweiten Heim zeigt sich der Sicherheitsdienst erneut kooperativ und berichtet, dass die Zielperson bis vor zwei Wochen dort gewohnt habe. Dann allerdings sei sie mit einer Waffe auf einen seiner Kollegen losgegangen. Dem passierte zwar nichts, doch ein Verbleib der ZP in diesem Heim wurde ausgeschlossen, und die ZP musste erneut umziehen. Auch dieser Security-Mitarbeiter händigt dem Privatdetektiv der Kurtz Detektei Berlin die neue Adresse aus. Dieses dritte Heim befindet sich ebenfalls im Stadtgebiet Berlins, wodurch die Ermittlungen zügig innerhalb weniger Stunden realisiert werden können.

ABUS Mini-Camcorder Kurtz Detektei Berlin, Copyright ABUS Security Tech GermanyDort angekommen bittet unser Privatermittler die zuständige Security zu prüfen, ob sich die ZP aktuell in diesem Heim aufhalte. Der Mitarbeiter sagt zu und verschwindet in einem Büro. Wenige Minuten später kehrt sein Kollege zurück und verweist unseren Berliner Detektiv des Gebäudes. Dieses Verhalten ist auffällig und deutet darauf hin, dass der Ermittler der Kurtz Detektei Berlin hier an der richtigen Adresse angelangt sein dürfte.

Glücklicherweise bestehen zwischen den Geschäftsleitungen der Kurtz Detektei Berlin und jener des hier zuständigen Sicherheitsunternehmens sehr gute Kontakte, weswegen der Mitarbeiter, der unseren Ermittler des Hauses verwiesen hatte, nach wenigen Minuten die Weisung „von oben“ erhält, uns die gewünschte Auskunft zu erteilen: Tatsächlich wohnt die Zielperson in diesem Asylheim, womit die Adresse festgestellt ist.

Eine persönliche Konfrontation mit der ZP, um eine diplomatische Lösung zu suchen, scheint angesichts des Wissens um den tätlichen Angriff auf einen Sicherheitsmitarbeiter nicht angeraten. Höchstwahrscheinlich würde sich keine Annäherung ergeben, dafür wäre die ZP aber gewarnt und könnte sich ggf. absetzen.

Der Auftraggeber der Kurtz Privatdetektei Berlin kann der Polizei nun bei seiner Anzeigenerstattung nicht nur den Namen und die Kontoverbindung, sondern auch die aktuelle Wohnadresse der ZP übermitteln. Die weitere Klärung muss auf dem Rechtsweg erfolgen, und die Kurtz Detektei Berlin leitet Herrn J. gerne an einen vertrauenswürdigen Fachanwalt weiter, mit dem sie schon häufig erfolgreich zusammengearbeitet hat und der dafür bekannt ist, Fälle im Eilverfahren zu lösen. Denn Eile ist geboten: Sollte die Zielperson des Landes verwiesen werde, würde man des geschuldeten Betrages kaum habhaft werden können. Laut Auskunft der Bank ist das Konto, auf das Herr J. das Geld überwiesen hatte, bereits unmittelbar nach der Überweisung gesperrt worden.

Die Kurtz Detektei Berlin dankt den drei involvierten Sicherheitsunternehmen für ihre jeweilige Kooperation.

Alle Namen und Orte sind selbstverständlich zur vollständigen Unkenntlichkeit verändert.

http://www.kurtz-detektei-berlin.de/2014/10/30/kleinanzeigenbetrug-asylbewerber-durch-die-kurtz-detektei-berlin-als-internetbetrüger-entlarvt/

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