„Sherlock Holmes in Bielefeld“ – Hörfunk-Feature von Radio Bielefeld mit Detektiv Patrick Kurtz


Unterhaltsamer Hörfunk-Beitrag von Radio Bielefeld über den Detektivberuf. Mit Patrick Kurtz von der Kurtz Detektei Bielefeld nach einem Gespräch mit Timo Teichler. Nachfolgend: Abschrift + Audio.


„Sherlock Holmes in Bielefeld“


Moderator: „Du bist für mich so ein richtiger kleiner Inspektor. Ein typischer „Tatort“-Gucker: ‚Ich kenne den Täter schon nach fünf Minuten!‘ Wie oft du hier im Studio so aus dem Fenster guckst und Leute beobachtest …“

Timo Teichler: „Also, ich hab als Kind auch wirklich gerne Detektiv gespielt und liebe, wie du schon gesagt hast, Krimis und das Mit-Spionieren.“

Moderator: „Ich seh‘ dich auch so im Café sitzen, Tageszeitung vor dem Gesicht mit zwei Löchern drin. Wie das die Profis machen, wollten wir wissen. Und mich hat überrascht, dass wir überhaupt Profis, also Privatdetektive, hier bei uns in Bielefeld haben. Unter anderem den dreißigjährigen Patrick Kurtz. In Bielefeld hat er im Monat durchschnittlich zwei Aufträge. Dabei geht es um: Betrügt mich mein Partner? Meldet sich einer krank, obwohl er es gar nicht ist? Oder: Wird in der Firma geklaut?


Wie arbeiten Privatdetektive?


Patrick Kurtz: „Der Alltag eines Detektivs ist schon stark sitzgeprägt. Man muss viel Geduld und gutes Sitzfleisch mitbringen. Wenn man sich über 17 Stunden lang auf eine Tür konzentrieren muss, ohne dass da jemals jemand rauskommt, dann ist das schon eine Prüfung.“

Timo Teichler: „Zur Grundausstattung gehören ein Auto, ein Handy, eine gute Kamera – gibt’s auch getarnt in einer Armbanduhr oder Brille –, und das hier darf auch nicht fehlen:“

Patrick Kurtz: „Wenn man längere Standobservationen hat, muss man sich einfallen lassen, was man mit dem Urin macht, der zwischendurch doch mal drückt. Ich würde auf jeden Fall nicht empfehlen, aus Punica-Flaschen zu trinken, weil die sich nämlich sehr anbieten für sowas.“

Timo Teichler: „Vor allem ist es wichtig, beim Spionieren nicht erwischt zu werden. Hilfreich ist da: Wechselkleidung.“

Patrick Kurtz: „Eine Brille, Mützen sind immer gut, eine Wechseljacke vor allem auch. Wenn man eine ganz andere Jacke anhat, dann macht das schon mal einen riesen Unterschied. Ich bin einmal sogar so weit gegangen, dass ich mir eine Maske übergezogen habe. Eine wirklich echt wirkende Maske, natürlich nicht, wenn man ganz nah rangeht, aber zumindest wenn man in einem Abstand von 10, 15 Metern ist, dann ist nicht erkennbar, dass es eine Maske ist. Ich bin dann eben zu einem alten Herrn geworden.“


Radio Bielefeld; Detektiv in Bielefeld, Detektei in Bielefeld, Kurtz Detektei Bielefeld

Von Auftraggebern und Vorgehensweisen


Timo Teichler: „Alter Herr, junge Dame, Promis, ehemalige Fußballnationalspieler – Patricks Auftraggeber sind ganz unterschiedlich. Ein Klassiker ist natürlich so ein Fall wie Untreue. Stichwort: Hotelzimmer.“

Patrick Kurtz: „Das Ohr an die Zimmertür anlegen, das machen wir nicht. Aber wenn das Gestöhne laut genug ist im Zimmer, dann ist das natürlich ein Hinweis, der akustisch für uns wahrnehmbar ist und den wir auch entsprechend in unseren Bericht aufnehmen.“

Timo Teichler: „Und in manchen Berichten geht es dann auch um Diebstahl in Firmen.“

Patrick Kurtz: „Dann werden wir eingeschleust und nehmen Kontakt auf zu den Mitarbeitern, zum Kollegium, fügen uns da ein, um eben herauszufinden, wer nun das schwarze Schaf ist in der Belegschaft.“

Moderator: „Und was er über die schwarzen Schafe so alles herausgefunden hat, das hört ihr heute Nachmittag bei uns – oder schon jetzt auf radiobielefeld.de.“



Fallbericht: Untreue-Observation in den Niederlanden


Moderatorin: „In Filmen sitzen sie in versifften Büros, es herrscht Bodennebel wegen der vielen Qualmerei und wenn sie losziehen, dann mit dunklen Sonnenbrillen oder Hüten. Und manchmal gibt’s dann noch einen auf die Nuss. So ist zumindest mein Filmbild von einem Detektiv.

Die gibt’s aber tatsächlich auch im wahren Leben. Bei uns in der Stadt zum Beispiel ist Patrick Kurtz als Detektiv unterwegs und auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Und ein Klassiker, was die Einsätze angeht: Die Ehefrau beauftragt Patrick, um den Ehemann der Untreue zu überführen.“


Ein ungewöhnlich naher Kontakt zur Zielperson


Patrick Kurtz: „Die Observation ging bis in die Niederlanden hinein, wo er quasi Urlaub gemacht hat mit seiner Praktikantin. Also, es war eine Mischung aus Urlaub mit der Praktikantin und Geschäftstreffen mit Kunden. Während dieses Urlaubs hat er sich natürlich extrem sicher gefühlt.

Wir hatten ein Hotelzimmer direkt über ihm und saßen dann immer beim Essen mit ihm zusammen im Hotel, haben ihn auch in der Stadt immer mal wieder getroffen, weil wir ihn natürlich verfolgt haben, und er kam uns dann auch wieder entgegen. Wir sind damit sehr locker umgegangen, weil wir ganz genau wussten: Unter dieser Legende – wir sind zusammen Urlauber in diesem Hotel – ist das vollkommen unauffällig. Das führte dann sogar so weit: Er hat uns wiedererkannt, wir haben ihn gegrüßt – ganz offensiv –, er hat zurückgegrüßt, und wir haben von ihm alle Informationen erhalten, die wir haben wollten.

Dass man die Zielperson grüßt, ist aber wirklich außergewöhnlich. Da braucht die Zielperson ein starkes Sicherheitsgefühl, dass sie eben nicht überwacht wird. Und man muss sich natürlich auch relativ geschickt verhalten als Ermittler, damit das möglich ist. Aber zuweilen ist es möglich, dass man mit der Zielperson in direkten Kontakt tritt und auf diese Art und Weise die Beweise ermittelt, die man gerne haben möchte.“


Vom Ehemann betrogen – und überglücklich darüber!


Patrick Kurtz: „Die Reaktion der Frau war sehr interessant: Sie war restlos begeistert darüber, dass wir ihn der Untreue überführt haben. Normalerweise sind unsere Auftraggeber eher schockiert, wenn das dann rauskommt – der Partner geht fremd. In dem Fall war es nicht so. Sie war begeistert davon, dass sie ihm diese Beweise um die Ohren hauen durfte.“

Moderatorin: „Detektiv glücklich, Auftraggeberin glücklich, alles erfolgreich ausgeführt, dumm gelaufen für den Ehemann. Patrick hat auch schon Promis beschattet. Wie das abgelaufen ist, das hört ihr auch noch heute Nachmittag hier bei mir. Radio Bielefeld ist immer am Puls der Stadt, jeden Tag, den ganzen Tag.“



Untreue-Fall der Detektei Kurtz mit prominenter Zielperson


Moderatorin: „Patrick Kurtz ist 30 Jahre alt, Bielefelder und von Beruf Detektiv. Ich stell‘ mir die ja immer so mit dicker Sonnenbrille, hoch gestelltem Jackenkragen und einem Hut so tief in die Stirn gezogen vor. Und so ein bisschen was ist auch dran, hat Patrick uns erzählt. Patrick wird angeheuert, um zum Beispiel den Ehemann der Untreue zu überführen oder aber auch um herauszufinden, wer in der Firma Sachen mitgehen lässt. Und auch Promis gehörten schon zu seinen Kunden.“

Patrick Kurtz: „Eine tricky Story, weil die Person, um die es da ging, ein, ich sage mal, B-Prominenter war. Also schon jemand, den kennt nicht jeder, aber den kennen viele, und das Gesicht würde auch so ziemlich jeder wiedererkennen. Den sollten wir observieren, und der Auftrag kam von einem anderen B-Prominenten mit ungefähr gleichem Bekanntheitsstatus.“


Promi sucht Thai-Puff auf


Patrick Kurtz: „Es passierte erst einmal eine ganze Weile nichts, er war bei irgendwelchen Fernsehstudios unterwegs und wir eben hinterher. Bis er dann irgendwann eine Privatadresse betrat und auch längere Zeit nicht wieder herauskam. Während der Ermittler draußen saß und diese Privatadresse observierte, um zu schauen, ob dieser B-Prominente da wieder herauskommt, hat er einmal im Internet geguckt, ob diese Adresse eventuell mit Prostituierten verbunden sein könnte. Und tatsächlich war es ein Thai-Puff.

Es lief dann so: Die Dame, die ihn wahrscheinlich bedient hat, steckte irgendwann den Kopf zur Tür raus, guckte nach links, guckte nach rechts, schaute sich um, ob eventuell jemand auf der Straße steht, der ihn wiedererkennen könnte. Und als dann vermeintlich der Weg frei war – sie wusste natürlich nicht, dass der Ermittler im Auto saß –, kam er rausgelaufen und machte sich davon. Das war genau das, was der Auftraggeber wissen wollte – im Auftrag der Frau.“


Kurioses Personengeflecht


Patrick Kurtz: „Letzten Endes hatte also die Frau von diesem B-Prominenten den anderen B-Prominenten beauftragt, uns zu beauftragen, dass wir einmal diesem Herrn hinterhergehen. Wenn ich den jetzt im Fernsehen sehe, denkt man sich natürlich immer so seinen Teil.“

Moderatorin: „Oh Gott, oh Gott. Wilde Geschichten, die der Bielefelder Detektiv Patrick Kurtz schon erlebt hat und immer wieder erlebt. Natürlich nicht alles bei uns in der Stadt, er arbeitet weit über die Stadtgrenzen hinaus. Alle Infos zu Patrick und den Fällen findet ihr auch auf radiobielefeld.de.“



Kurtz Detektei Bielefeld

Queen Plaza

Herforder Straße 69

D-33602 Bielefeld

Tel.: +49 (0)521 2567 0055

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-bielefeld.de

Web: https://www.kurtz-detektei-bielefeld.de

Google: https://g.page/kurtz-detektei-bielefeld

https://www.kurtz-detektei-bielefeld.de/2020/02/27/sherlock-holmes-in-bielefeld-hörfunk-feature-von-radio-bielefeld-mit-detektiv-patrick-kurtz/

„Realitätscheck: Fernsehen gegen das echte Leben“ – Kurzinterview Radio Lippe mit Detektiv Patrick Kurtz


Doppelinterview Kurtz Detektei Bielefeld und Detmolder Detektei Condor


Anmoderation: „Hier ist Radio Lippe. Wir machen heute so ein bisschen den Realitätscheck: Fernsehen gegen das echte Leben. Detektive liefern sich wilde Verfolgungsjagden und decken riesige Skandale auf. Patrick Kurtz arbeitet jetzt nicht für Lenßen und Partner oder so, nein, er ist echter Privatdetektiv aus Bielefeld. Er ist aber auch dienstlich in Lippe unterwegs. Herr Kurtz, welche Klischees rund um den Beruf Detektiv passen denn auf Sie?“

Patrick Kurtz: „Es ist bei mir tatsächlich so, dass die Klischees kurioserweise ein bisschen erfüllt werden. Das heißt, ich habe schon mit 13 Jahren angefangen, Pfeife zu rauchen, also weit bevor ich Detektiv geworden bin. Und ich habe in dem Alter eben auch schon Sherlock-Holmes-Romane gelesen. Aber diese Idee, dieser Gedanke, Detektiv zu werden, der ist erst sehr viel später bei mir aufgekommen.“


Detektei Detmold, Detektiv Detmold, Privatdetektiv Bad Salzuflen, Detektei Kreis Lippe

Wandel des Detektivgewerbes durch das Internet


Moderation: „Okay, Sherlock Holmes ist das eine; heutzutage sind die Methoden ja dann doch ein bisschen moderner. Ist das Internet da schon eine Konkurrenz für Sie?“

Patrick Kurtz: „Ich denke, dass die Leute heute andere technische Möglichkeiten haben, um sich solche Dinge selbst zu erschließen, für die sie vielleicht früher Detektive gebraucht hätten. Dass man zum Beispiel selbst in den Facebook-Account des Ehemannes reinguckt, um zu schauen, welche Konversationen sind da gelaufen. Dass man selbst als Firmeninhaber nachgucken kann in den sozialen Medien, was treiben meine Mitarbeiter so …“

Moderation: „Ja, das stimmt. Manche posten ja tatsächlich ihr halbes Leben im Netz.“


Detmolder Detektiv Jochen Meismann über Social Media


Moderation: „Jochen Meismann von der Detektei Condor mit Büro in Detmold kennt das auch. Er sagt aber, Social Media hat auch Vorteile.“

Jochen Meismann: „Wir haben durch Social Media die Möglichkeit, recht schnell Fotos von Menschen zu finden, von denen wir sonst nicht wissen, wie sie aussehen. Und wir bekommen auch häufig Kontakte, die man sonst nicht kennen würde. Denn woher soll man wissen, wer mit wem wie befreundet oder verwandt ist – das steht ja sonst nirgendwo. Hingegen bei Facebook, da ist das alles wie ein offenes Buch.“

Moderation: „Sehr praktisch! Detektive in Lippe – sehr spannendes Thema! Heute Morgen hier bei Radio Lippe – guten Morgen!“


Kurtz Detektei Bielefeld

Queen Plaza

Herforder Straße 69

D-33602 Bielefeld

Tel.: +49 (0)521 2567 0055

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-bielefeld.de

Web: https://www.kurtz-detektei-bielefeld.de

Google: https://g.page/kurtz-detektei-bielefeld

https://www.kurtz-detektei-bielefeld.de/2020/02/04/realitätscheck-fernsehen-gegen-das-echte-leben-kurzinterview-radio-lippe-mit-detektiv-patrick-kurtz/

„Wie ermitteln Sie als Privatdetektiv unauffällig, Herr Kurtz? – Die große Sonntags-Story“ | Lübecker Nachrichten


Die Fälle von Sherlock Holmes lassen so manches Herz schneller schlagen, Detektivserien sind im Fernsehen beliebt. Doch wie sieht die alltägliche Arbeit wirklich aus? Der Privatermittler und Inhaber der Kurtz Detektei Kiel und Schleswig-Holstein, Patrick Kurtz, erzählt ausführlich aus seinem Alltag.

Patrick Kurtz ist Privatdetektiv, Kriminalist, Schriftsteller und Inhaber der Kurtz Detektei Kiel und Schleswig-Holstein. Im Dienstleister-Ranking der Wirtschaftswoche wurde die Detektei Kurtz gar als drittbester Ermittlungsdienst in Deutschland ausgezeichnet. Neben seiner Detektei in Schleswig-Holstein führt Kurtz auch in den anderen 15 Bundesländern Detekteien. Der IHK-zertifizierte Detektiv ermittelt für Privatpersonen und Unternehmen in den verschiedensten Fällen: Von der Überwachung verdächtiger Mitarbeiter bis zur Überprüfung der Treue von Ehepartnern geht er der Wahrheit auf den Grund. Auch dann, wenn es unbequem wird.


Patrick Kurtz Lübecker Nachrichten, Privatdetektiv Lübeck, Detektei Lübeck, Detektiv Lübeck

Vom unauffälligen Observieren


Josephine Andreoli, Lübecker Nachrichten: „Beigefarbiger Trenchcoat mit aufgestelltem Kragen, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, die Pfeife im Mundwinkel – sieht so der Arbeitsalltag für Detektive aus, Herr Kurtz?“

Patrick Kurtz: „Wer unauffällig observieren möchte, der trägt vermutlich eher keinen beigefarbenen Trenchcoat. Allerdings habe ich einen karierten Trenchcoat, der vermutlich auch nicht ganz unauffällig ist, dafür aber ziemlich detektivisch aussieht. Hinter der Zeitung verstecken wir uns bei Observationen auch nicht mehr. Das war früher vielleicht mal notwendig – um Kameras zu verstecken.“

Josephine Andreoli: „Wie observiert man denn betont unauffällig?“

Patrick Kurtz: „Betont unauffällig ist meistens ziemlich auffällig. Man ist unauffällig, indem man sich so gibt, wie die anderen in seiner Umgebung, indem man sich in sein Umfeld einfügt. Wenn man jemanden in einem Restaurant observiert, ist es deutlich unauffälliger, wenn noch ein Partner mit dabei ist, weil es eher ungewöhnlich ist, dass jemand allein essen geht. Und natürlich sollte ich auch meine technischen Hilfsmittel so auswählen, dass sie unauffällig sind, was heute recht einfach ist. Jeder hat ein Smartphone und kann damit unauffällig Fotos machen. Ich habe sogar Uhren, die haben ein knopflochgroßes Objektiv, da drücke ich drauf und kann Videoaufnahmen und Bilder machen. Die Kameras sind mittlerweile so klein, die kann man überall verstecken.“


Oft geht es um Untreue in der Partnerschaft


Josephine Andreoli: „Und kommen die Leute tatsächlich zu Ihnen, um herauszufinden, ob die Ehefrau oder der Ehemann fremdgeht?“

Patrick Kurtz: „Ja, bei Privatpersonen geht es ganz klischeehaft tatsächlich häufig um Untreue in der Partnerschaft. Wir sprechen dabei von Untreueermittlung. Das ist der Sachverhalt, den wir bei uns in der Detektei am häufigsten haben.“

Josephine Andreoli: „Warum spionieren die Leute ihrem Partner nicht selbst hinterher?“

Patrick Kurtz: „Den eigenen Partner zu observieren, halte ich für ziemlich unklug, wenn man unauffällig sein möchte. Zum einen kennt der natürlich das eigene Gesicht, zum anderen ist der Otto Normalbürger nicht in Observationstaktiken geschult. Es ist schon häufiger vorgekommen, dass Auftraggeber uns gesagt haben, dass sie dem Partner bereits hinterherspioniert haben, aber aufgeflogen sind. Das erschwert uns dann die Arbeit. Die Zielperson ist ja dann schon sensibilisiert, guckt sich vielleicht häufiger mal um und scannt die Umgebung.“

Josephine Andreoli: „Aber wer rechnet schon damit, von einem Detektiv observiert zu werden?“

Patrick Kurtz: „Da gibt es durchaus Leute. Es gibt ja genügend Menschen, die Dreck am Stecken haben und sich dessen bewusst sind. Und die passen auch auf. Besonders sensibilisiert sind zum Beispiel Menschen, die Krankschreibungsbetrug begehen. Die wissen ja ganz genau, dass sie gegen ihren Arbeitsvertrag verstoßen und der Arbeitgeber berechtigt wäre, ihnen eine fristlose Kündigung auszusprechen.“


Die meisten Aufträge kommen von Privatpersonen


Josephine Andreoli: „Es kommt also häufiger vor, dass auch Unternehmen Sie beauftragen. Wie ist die Gewichtung von Aufträgen durch Privatpersonen und Unternehmen in Ihrer Detektei?“

Patrick Kurtz: „Wir bekommen definitiv mehr Aufträge von Privatpersonen. Ich schätze, das ist ein Verhältnis von 65 zu 35 Prozent. Aber die Umsätze werden natürlich stärker von den Unternehmen geprägt.“

Josephine Andreoli: „Wird man als Detektiv reich?“

Patrick Kurtz: „Wie in den meisten Branchen sind beide Extreme gegeben, wobei das Gros der Ermittler heutzutage eher schlecht verdient, weil die Auftragslage rückgängig ist. Vor 20 bis 30 Jahren war es deutlich wahrscheinlicher, als Detektiv zu Vermögen zu kommen.“


95 Prozent der Arbeit ist Observation


Josephine Andreoli: „Was macht den Hauptteil Ihrer Arbeit aus?“

Patrick Kurtz: „Wenn man im Feld aktiv ist, macht die Observation schon 95 Prozent der Zeit aus. Die Observationen selbst laufen aber ganz unterschiedlich ab. Manche geschehen fußläufig, die meisten werden allerdings im Fahrzeug durchgeführt. Man muss da jede Menge Sitzfleisch mitbringen – das ist sehr sehr viel Warterei. Teilweise sitzt man 16, 17 Stunden am Stück im Auto und es passiert nichts. Man muss dabei aber natürlich trotzdem konzentriert bleiben und einen bestimmten Punkt, zum Beispiel eine Tür, fokussieren.“

Josephine Andreoli: „Und was ist, wenn man mal auf die Toilette muss?“

Patrick Kurtz: „Zu zweit ist das meist nicht so problematisch, da kann einer mal kurz weg. Aber wenn man allein ist – ich würde nicht empfehlen, aus einer Punica-Flasche zu trinken, das ist so das Standardmittel bei uns.“


Heavy Metal gegen Müdigkeit


Josephine Andreoli: „Was machen Sie, wenn Sie mal müde werden?“

Patrick Kurtz: „Ich höre Heavy Metall! Ich gehe dann meistens die Doppelfußmaschine vom Schlagzeuger mit, da werde ich automatisch wieder wach. Oftmals höre ich auch Hörbücher, früher viel Sherlock Holmes, aber das kann ich mittlerweile in- und auswendig.“

Josephine Andreoli: „Ist Ihre Arbeit so spannend, wie durch Sherlock Holmes und Thomas Magnum vermittelt?“

Patrick Kurtz: „So spannend wie in Filmen und Romanen vermittelt, ist die Arbeit meistens nicht. Vor allem reihen sich nicht zahlreiche spektakuläre Fälle aneinander, sondern es kommt vielfach vor, dass sich Fälle wiederholen. Spannend ist die Arbeit aber natürlich trotzdem.“


Die rechtliche Grundlage ist das A & O


Josephine Andreoli: „Welche Eigenschaften sollte ein Detektiv unbedingt mitbringen?“

Patrick Kurtz: „Fachkompetenz. Die rechtlichen Grundlagen sind das A und O, die muss man draufhaben, sonst bringt man sich und seine Auftraggeber in Teufels Küche. Hinzu kommen Hartnäckigkeit, Sitzfleisch, Konzentrationsfähigkeit und körperliche Fitness. Man muss auch mal Hindernisse überwinden oder einen größer werdenden Abstand zwischen sich und der Zielperson wieder aufholen. Für einen übergewichtigen Ermittler wird das schnell mal schwierig. Außerdem halte ich Kreativität für eine Kernkompetenz bei Ermittlern – man muss den Blickwinkel ändern, anders denken können, um auch schwierige Fälle zu lösen.“

Josephine Andreoli: „Wie wird man denn Detektiv? Gibt es eine Art Detektivschule?“

Patrick Kurtz: „Im Normalfall hat man eine Vorkarriere in einer Ermittlungsbehörde hinter sich. Das kann von der Kriminalpolizei über den BND, den Zoll oder auch die Stasi alles sein. Aber grundsätzlich kann in Deutschland jeder Detektiv werden – das ist auch das Problematische daran: Es gibt hier keine Zulassungsvoraussetzung. Die einzige Voraussetzung ist, dass man keinen Eintrag in seinem Führungszeugnis hat. Das ist in Hinblick auf den Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht ein gravierender politischer Missstand.“


Schon mit 13 Sherlock Holmes gelesen


Josephine Andreoli: „Sie haben also vor Gründung Ihrer Detektei auch in einer Ermittlungsbehörde gearbeitet?“

Patrick Kurtz: „Nein, ich bin tatsächlich eher durch Zufall dazu gekommen – obwohl ich schon mit 13 Jahren leidenschaftlich gern Sherlock-Holmes-Geschichten konsumiert und auch angefangen habe, Pfeife zu rauchen. Zwischen meinem Bachelor- und Masterstudium der Europäischen Literatur hatte ich ein Jahr Zeit und wollte mich gern weiter fortbilden. Letztlich habe ich eine sechsmonatige Ausbildung an der Sicherheitsakademie Berlin gemacht und dafür dann das IHK-Zertifikat als Fachkraft Detektiv erhalten.“

Josephine Andreoli: „Wie wichtig ist Kunden so ein Zertifikat?“

Patrick Kurtz: „Klienten fragen ab und an nach dem IHK-Zertifikat und manche teilen mir sogar mit, sich aufgrund meiner IHK-Zertifizierung für die Detektei Kurtz entschieden zu haben. Aber es muss auch nicht unbedingt dieser spezielle Ausbildungsweg sein. Entscheidend ist, dass ein Ermittler eine Grundausbildung absolviert hat, die ihn für den Detektivberuf qualifiziert.

Mittlerweile führe ich diesen Beruf seit 2013 aus und es gibt immer wieder Fälle, da passiert was, von dem ich noch nie gehört habe. Und das macht diesen Job so unglaublich spannend. Es ist schon witzig, aber jetzt hat es sich eben ergeben, dass ich ein Pfeife rauchender Detektiv bin – vermutlich der einzige in ganz Deutschland.“

Josephine Andreoli: „Vielen Dank für das Gespräch, Herr Kurtz!“


Hinweise


Der Originalartikel von Josephine Andreoli erschien in den Lübecker Nachrichten. Die Hervorhebungen (Fettschrift) und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.

Zeitgleich veröffentlichten die Lübecker Nachrichten in Zusammenarbeit mit Raoul Oliver Classen, Präsident des Bundesverbandes deutscher Detektive (BDD), einen weiteren Artikel über das Detektivgewerbe, ebenfalls verfasst von Josephine Andreoli: https://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Der-moderne-Sherlock-Holmes-Was-macht-einen-guten-Detektiv-aus.


Kurtz Detektei Kiel und Schleswig-Holstein

Hopfenstraße 1d

D-24114 Kiel

Tel.: +49 (0)431 3057 0053

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-kiel.de

Web: https://www.kurtz-detektei-kiel.de

Google: https://g.page/kurtz-detektei-kiel

https://www.kurtz-detektei-kiel.de/2020/02/18/wie-ermitteln-sie-als-privatdetektiv-unauffällig-herr-kurtz-die-große-sonntags-story-lübecker-nachrichten/

Detektiv Patrick Kurtz im Interview mit der Rheinischen Post: „Sherlock Holmes von der Erkrather Straße“


Anfang Dezember 2017 erschien in der Rheinischen Post ein Artikel von Peter Witt über die Arbeit der Detektei Kurtz und die Person unseres Chef-Detektivs Patrick Kurtz. Nachfolgend finden Sie eine Abschrift dieses Artikels mit zusätzlichen themenrelevanten Verlinkungen und Zwischenüberschriften:


„Sherlock Holmes von der Erkrather Straße“


Als Kind verschlang Patrick Kurtz die Bücher über den britischen Detektiv. Heute arbeitet er mit Leidenschaft in seinem Beruf – muss aber auch viel Geduld und Konzentrationsfähigkeit aufbringen. Von Peter Michael Witt


Von der Literatur zur Wirklichkeit


Nicht wenige Jugendliche geraten auf den Spuren des mysteriösen Hunds von Baskerville ins Fantasieren und träumen von einem großartigen, romantischen Berufsziel: Detektiv sein wie der Mann mit der karierten Mütze, der Pfeife, der goldenen Lupe – kurz, ein spannendes Leben wie Sherlock Holmes führen. Auch ein kleiner Junge namens Patrick Kurtz im thüringischen Schleiz verschlang die Krimis von Arthur Conan Doyle. Der Unterschied zu anderen Jungs: Wenn diese größer werden, dann wählen sie lieber doch einen bürgerlichen Beruf. Kurtz hingegen erfüllte sich den Jugendtraum und wurde Privatdetektiv. Der passionierte Pfeifenraucher baute innerhalb kurzer Zeit ein großes Detektei-Netzwerk auf, mit sieben Festangestellten und knapp 50 freien Mitarbeitern, insgesamt 28 Betriebsstätten – eine davon in Düsseldorf, die Detektei Kurtz in Flingern.

Kurtz hat daher einen ganz guten Überblick über die Arbeit als Detektiv in Deutschland. Gewisse Unterschiede zwischen den Städten gibt es sicherlich, aber nichts Überraschendes. „Klar, in Berlin ermittelt man meistens zwischen riesigen Wohnbunkern, in Düsseldorf häufiger in Villenvierteln“, sagt Kurtz. „In Städten wie Frankfurt und Hamburgführt die Arbeit gelegentlich ins Rotlicht- und Drogenmilieu, da kreuzen dann auch mal schwere Jungs wie die Hells Angels den Weg.“ Im Vergleich dazu sei Düsseldorf ziemlich unauffällig. Kurtz: „Meistens geht es hier um mutmaßliche Untreuestrittige Unterhaltssachen, ums Sorgerecht.“


Silhouette of detective investigate is following footprints


(Ausbildungs-)Anforderungen an Detektive in Deutschland


Prinzipiell darf jeder Detektiv sein, die Bezeichnung ist nicht geschützt. Aber aus Kurtz‘ Sicht ist eine solide Ausbildung als Grundlage guter Detektivarbeit unabdingbar, seine Ausbildung erhielt er bei der Sicherheitsakademie in Berlin. Juristische Kenntnisse seien wichtig, schließlich müsse man gerichtsverwertbare Beweise beschaffen. Natürlich ist nicht jeder zum Marlowe oder Holmes geboren. Man sollte körperlich fit sein, Verfolgungsjagden sind doch recht fordernd, ein „Toughguy“ zu sein ist von Vorteil und Intelligenz kann auch nicht schaden. Immerhin geht es nicht selten um ziemlich unklare Tatsachenkomplexe, die eine gute Kombinationsgabe erforderlich machen.

Der Detektivarbeit sind in der realen Welt im Gegensatz zur fiktiven Krimiwirklichkeit aber enge Grenzen gesetzt. So darf ein Privatdetektiv nicht in die Privatsphäre der observierten Person eindringen. Verboten ist es, in Wohnungen hinein zu fotografieren oder sich gar Zutritt zu verschaffen, auch der Einsatz von Richtmikrofonen ist tabu. Vor allem muss der Detektiv recherchieren und observieren, Vermisste aufspüren oder Menschen beobachten, die Unrechtes getan haben könnten. Dabei ist Kurtz auch schon aufgeflogen. „Nicht oft, aber auf dem Land kann sowas passieren, vor allem durch Nachbarn. Und dann kann es auch mal ungemütlich werden.“ Das hört sich nicht schön, aber aufregend an. Kann aber auch nervtötend langweilig und frustrierend sein. Zehn Stunden lang unentwegt eine Tür anzustarren, die sich nicht öffnet, da müsse man überdurchschnittlich viel Geduld und Konzentrationsfähigkeit aufbringen. Spannend wird’s, wenn es zu Verfolgungsjagden kommt. Und zu den besonderen Glücksgefühlen eines Detektivs gehört ein Erlebnis, das Kurtz den „Dominoeffekt“ nennt. Der tritt wohl recht häufig bei Recherchen auf: Hat man erst das entscheidende Puzzleteilchen gefunden, dann lösen sich viele weitere Fragen oft von alleine.

Mitgefühl für eine observierte Person versucht, Kurtz auszublenden. Allerdings erinnert er sich an einen Fall, bei dem er von einem eifersüchtigen Mann beauftragt wurde, dessen Freundin zu beobachten. „Ich habe den Auftrag nach einem Monat von selbst beendet“, sagt Kurtz. „Sie ging wirklich jeden Tag nach der Arbeit direkt nach Hause. Sie tat mir leid, sie steckte offensichtlich in einer Beziehung fest, in der extrem wenig Vertrauen herrschte. Ihr Freund konnte noch nicht einmal nach 20 Tagen strenger Observation, in denen rein gar nichts rauskam, Vertrauen fassen.“


Detektivarbeit damals und heute


Zurück zu Holmes: Vieles hat sich verändert in den letzten Jahren, vor allem die Technik. Arthur Conan Doyle zeigte in seinen Romanen einige Ermittlungsmethoden, die erst Jahrzehnte später von der Polizei aufgegriffen wurden – das Fingerabdruckverfahren zum Beispiel. Und auch heute sei die Tarnung genauso wichtig für den Detektiv wie früher. Kurtz schmunzelt: „Wir machen das nicht so aufwendig maskenbildnerisch wie Holmes, aber mit wenigen Mitteln das Äußere ändern, das tun wir schon.“ Und die Digitalisierung hat neue Hilfsmittel wie Smartphones gebracht. „Zugegeben“, sagt Kurtz, „das Detektivleben ist ungleich weniger spektakulär als in den Romanen. In denen ist es immer spannend, Morde im Minutentakt, von einem großen Fall zum nächsten. Und sicherlich, es gibt auch bei mir kuriose und aufsehenerregende Fälle, doch die sind leider nicht der Alltag.“ Trotzdem – einen anderen Beruf kann sich Patrick Kurtz nicht wirklich vorstellen.


Quelle: Rheinische Post

 

Verfasser: Peter Witt

 

Kurtz Detektei Düsseldorf

Erkrather Straße 401

40231 Düsseldorf

Tel.: 0211 9874 0021

Mail: kontakt@kurtz-detektei-duesseldorf.de

Web: https://www.kurtz-detektei-duesseldorf.de

https://www.kurtz-detektei-duesseldorf.de/2017/12/04/detektiv-patrick-kurtz-im-interview-mit-der-rheinischen-post-sherlock-holmes-von-der-erkrather-straße/

Auf der Suche nach der Wahrheit: Detektiv Patrick Kurtz in der Offenbach-Post


Ein Artikel von Eva-Maria Lill nach einem Interview mit Patrick Kurtz: Beobachtungen aus einem Frankfurter Detektivbüro


„Über Tapetengeschmack lässt sich streiten. Über Intelligenz nicht. Privatdetektiv Patrick Kurtz jagt in Frankfurt Betrüger und Banditen. Und eifert dabei nicht nur in Sachen Büroeinrichtung einem seiner Vorbilder nach: Sherlock Holmes.

Patrick Kurtz sieht viel jünger aus als seine Möbel. Er ist 27, sein Vitrinentisch geschätzte hundert. Auf dem polierten Holz steht eine Flasche Ardbeg-Whisky, das schwarz-rote Leder des Zweisitzers knarrt. Patrick Kurtz’ helle Brogue-Oxford-Schuhe auch. Sein Büro ist eine Zeitmaschine für Verlorene. Für Hilfesuchende, Betrogene, Opfer. Kurtz ist Detektiv – einer von etwa 75 in Frankfurt. Seinen ersten Betrieb eröffnete der Thüringer Anfang 2013 in Leipzig. Mittlerweile gehören ihm deutschlandweit 28 Detekteien, seit 2014 auch eine in der Mainmetropole.

Wir haben mit ihm über seinen Beruf gesprochen, über Klischees und Ausharren im Auto. Anlass: Am Pfingstwochenende strahlt die ARD die vierte Staffel der britischen Erfolgsserie Sherlock aus. Kurtz ist ein großer Fan – und mit Pfeife, Macbook und Spiegelreflex selbst eine moderne Variante des genialen Holmes.“


Von echter Detektivarbeit in Frankfurt am Main


Offenbach-Post: „Herr Kurtz, treffen Sie viele Menschen, die eine falsche Vorstellung von Ihrem Beruf haben?“

Patrick Kurtz: „Sicher. Schuld daran sind vor allem Fernsehproduktionen, in denen Ermittler unbescholten in Wohnzimmerfenster fotografieren und sich im Anschluss prügeln.“

Offenbach-Post: „Der Alltag in Frankfurt ist sicher langweiliger.“

Patrick Kurtz: „Eher auf andere Art spannend. Zu körperlichen Streitereien kommt es fast nie. Vielleicht ein Mal in hundert Fällen. Und wir müssen auf Gesetze achten. Eindringen in den höchstpersönlichen Lebensbereich ist verboten – etwa das Fotografieren ins Haus. Oder auch ins Auto. Wenn jemand auf einem Feldweg im Wagen Geschlechtsverkehr hat, darf ich nicht einfach ranzoomen und auslösen.“

Offenbach-Post: „Was dürfen Sie denn?“

Patrick Kurtz: „Das ist in Deutschland gesetzlich nicht genau geregelt, da gibt es Nachholbedarf. Wir müssen uns aktuelle Gerichtsurteile anschauen, um ein Bild davon zu bekommen, was erlaubt ist. Bis vor einigen Jahren war es zum Beispiel Usus, dass wir GPS-Tracker nutzen, um ein Bewegungsprofil zu erstellen. Dann gab es 2013 eine Reihe von Beschlüssen, bei denen Kollegen zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Prinzipiell muss unser Auftraggeber ein berechtigtes Interesse an der Lösung des Falls haben, damit wir arbeiten dürfen – schließlich greifen wir mit jeder Ermittlung ohnehin in das Persönlichkeitsrecht ein. Dieses Interesse ist etwa gegeben bei Eheleuten, die eine wirtschaftliche Verbindung haben. Aber nicht, wenn ich eine Freundin, die ich seit zwei Wochen habe, aus Eifersucht bespitzeln möchte.“

Offenbach-Post: „Wie ist die Zusammenarbeit mit der Polizei?“

Patrick Kurtz: „Entweder wir übernehmen Fälle, die gar nicht bei den Beamten landen. Oder wir werden parallel engagiert. Oft ist die Zusammenarbeit nicht leicht. Das ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Frankfurt haben wir keine Probleme. In Leipzig ist es vorgekommen, dass sich Beamte in ihrer Ehre gekränkt gefühlt haben und deshalb unseren Hinweisen nicht nachgegangen sind.“


Fallarten und Detektiv-Kosten


Offenbach-Post: „Mit welchen Fällen haben Sie es hauptsächlich zu tun?“

Patrick Kurtz: „Mit Betrug. Im Privaten handelt es sich meist um Untreue, im Wirtschaftlichen um Blaumachen oder Abrechnungsbetrug. Diebstahl kommt auch häufig vor.“

Offenbach-Post: „Und in Frankfurt?“

Patrick Kurtz: „Frankfurt ist Finanzstandort, dementsprechend sind wir häufig für Unternehmen unterwegs. Außerdem fällt auf, dass die Menschen uns eher bezahlen können als zum Beispiel im Ruhrgebiet.“

Offenbach-Post: „Das heißt, Sie sind teuer?“

Patrick Kurtz: „Wir nehmen einen Stundensatz von 59 Euro. Brutto für Privatpersonen, netto für Unternehmen.“

Offenbach-Post: „Der klassische Kunde ist also Besserverdiener?“

Patrick Kurtz: „Kann man so sagen. Aber ab und an gibt es auch den Rentner, der lange gespart hat, um nach seiner Familie zu suchen.“


Sind Detektiv-Observationen langweilig?


Offenbach-Post: „Da wir bei Klischees sind: Ehebrecher sind meistens Männer, oder?“

Patrick Kurtz: „Nein. Männer und Frauen engagieren uns etwa gleich oft. Aber eine genaue Statistik über Fallzahlen führen wir noch nicht.“

Offenbach-Post: „Wie gehen Sie, sagen wir mal, vor, wenn Sie einen Betrüger suchen?“

Patrick Kurtz: „In der Regel sind wir Beobachter und greifen nicht ein. Etwa achtzig Prozent unserer Zeit observieren wir. Davon zwei Drittel im Auto, ein Drittel zu Fuß. Der Rest ist Recherche in Datenbanken.“

Offenbach-Post: „Wird das nicht auf Dauer öde?“

Patrick Kurtz: „Vieles ist Routine, ja. Wir behandeln aber jeden Auftrag mit der gleichen Ernsthaftigkeit – schließlich geht es für unsere Kunden oft um Lebensentscheidendes.“

Offenbach-Post: „Und das Observieren? Stundenlang im Auto  …“

Patrick Kurtz: „Da höre ich Hörbücher oder Hörspiele – dabei kann ich mich konzentrieren und gleichzeitig fortbilden. Wenn ich müde werde, kommt schneller Rock ins Radio und wird laut aufgedreht.“

Offenbach-Post: „Fällt das den Anwohnern nicht auf?“

Patrick Kurtz: „Bisher bin ich einmal entdeckt worden. Eine Zielperson kam während eines Einsatzes aus einem Mehrfamilienhaus, klopfte an die Scheibe und meinte, dass wir unsere Observation ruhig einstellen könnten. Vermutlich hatte jemand dem Verdächtigen einen Tipp gegeben. Wir mussten uns also eine alternative Ermittlungsmethode einfallen lassen – und haben den Fall trotz Enttarnung schließlich gelöst.“


Observation; Detektei Frankfurt am Main, Wirtschaftsdetektei Frankfurt, Privatdetektei Frankfurt
Nicht immer ist bei Observationen Action angesagt. Den Fokus dennoch auf einem hohen Level zu halten, gehört zu den wichtigsten Anforderungen an moderne Detektive in Deutschland. 

„Was macht einen guten Detektiv aus?“


Offenbach-Post: „Wie oft haben Sie Erfolg?“

Patrick Kurtz: „Das kommt aufs Budget an. Können wir zwei Tage observieren, bestätigt sich der Verdacht in etwa 70 Prozent der Fälle. Reicht das Geld nur für ein paar Stunden, ist die Quote geringer.“

Offenbach-Post: „Was macht einen guten Detektiv aus?“

Patrick Kurtz: „Intelligenz und das Vermögen, kausale Zusammenhänge zu begreifen. Man muss konzentriert bleiben, selbst wenn stundenlang nichts passiert. Nervenstärke ist wichtig und Fitness, um extreme Hitze oder Kälte im Auto aushalten zu können. Ein Fenster zu öffnen ist tabu – die spiegelnden Scheiben machen es schwerer, uns zu entdecken. Und: Man muss in der Lage sein, Menschen glaubhaft anzulügen, um an Informationen zu kommen.“

Offenbach-Post: „Und das können Sie gut?“

Patrick Kurtz: „Ich bin geübt darin, kreative Lösungen zu finden. Der Beruf passt zu mir. Ich rauche Pfeife, seit ich 14 bin, und habe Detektivromane verschlungen. Eigentlich habe ich Literatur studiert und hatte zwischen Bachelor und Master Zeit. Ich habe ein Praktikumsangebot gesehen – in einer Detektei. Daraus ist nichts geworden. Angeregt von der Ausschreibung habe ich mich darüber informiert, wie man Detektiv wird. In Deutschland braucht man dafür nur ein Führungszeugnis. Später bin ich an die Sicherheitsakademie in Berlin gegangen und habe ein halbes Jahr eine IHK-Fortbildung absolviert – und mich dann selbstständig gemacht.“

Offenbach-Post: „Offenbar mit Erfolg.“


Von Sherlock Holmes und Schießübungen in der Wohnung


Patrick Kurtz: „In Deutschland ist das Detektivgewerbe ein Einmanngewerbe. Ich beschäftige sechs Angestellte, und wir arbeiten mit Nachunternehmern zusammen.“

Offenbach-Post: „Also haben Sie nicht bloß einen treuen Watson an der Seite?“

Patrick Kurtz: „Ich habe viele.“

Offenbach-Post: „Sherlock Holmes ist Ihr Vorbild. Was fasziniert Sie?“

Patrick Kurtz: „Holmes ist eine realistisch gezeichnete Kunstfigur. Selbst die Viktorianer glaubten, dass er echt sei. Als Doyle ihn 1893 in Das letzte Problem sterben ließ, trug London Trauer. Interessant ist das Geniale der Figur, dass er jedes Verbrechen lösen kann, quasi ein geistiger Superman ist. Aber absurderweise nicht weiß, ob sich die Erde um die Sonne oder die Sonne um die Erde dreht.“

Offenbach-Post: „Holmes’ wichtigste Waffe ist die Logik. Ihre auch?“

Patrick Kurtz: „Eher selten, da wir in den wenigsten Fällen Rätsel lösen müssen.“

Offenbach-Post: „Und Emotionen? Holmes ist nicht für Empathie bekannt  …“

Patrick Kurtz: „Ich kann Leute nicht einfach anschreien. Auch wenn wir schlechte Nachrichten überbringen, darf ich mir nicht vor Freude darüber die Haare raufen, dass ich einen Fall gelöst habe. Das würde – im Gegensatz zu den Romanen – nicht zu Anerkennung führen, sondern eher zum Stinkefinger und einer schlechten Google-Bewertung.“

Offenbach-Post: „Sind Sie gar nicht exzentrisch?“

Patrick Kurtz: „Na ja. Ich habe in meiner alten Wohnung tatsächlich mal mit einer Pistole auf meine Wand geschossen – wie Sherlock. Natürlich nicht mit scharfer Munition (lacht).“

Offenbach-Post: „Wie bitte?“

Patrick Kurtz: „Es hat sich so ergeben. Ich wollte schießen üben. Draußen ist das verboten, also hab ich’s drin gemacht. Aber zu Ihrer Beruhigung, Drogen nehme ich keine.“

Offenbach-Post: „Wenn Sie geübt im Umgang mit Waffen sind, wird es oft brenzlig?“

Patrick Kurtz: „Es kommt vor, dass Menschen uns im Nachhinein Prügel androhen. Kollegen ist jedoch einmal richtig der Angstschweiß ausgebrochen. Sie wurden von einer kurdischen Familie engagiert, um deren volljährige Tochter zu suchen. Als sie diese gefunden hatten, mussten sie die Frau fragen, ob sie ihre Adresse weitergeben durften. Sie fing an zu weinen und gab zu, dass sie Angst vor ihrer Familie hatte, weil sie in einer Beziehung zu einem nicht-muslimischen Deutschen lebte. Die Kollegen sind der Moral gefolgt und haben sie nicht verraten. Als sie der Familie das überbrachten, war auf einmal ein Haufen Menschen da, die einen Kreis um meine Kollegen gebildet und sie bedroht haben. Zum Glück ist es glimpflich ausgegangen.“


Sherlock Holmes; Detektei Offenbach, Detektiv Offenbach am Main, Privatdetektiv Offenbach

Patrick Kurtz‘ Lieblings-Holmes


Offenbach-Post: „Wenn Sie sich einen Holmes aus einer Adaption als Boss aussuchen könnten, welcher wäre das?“

Patrick Kurtz: „O je. Ich ordne mich nicht gern unter und würde im Gegensatz zu Watson nicht klein beigeben. Ärger wäre programmiert.“

Offenbach-Post: „Aber Ihren Lieblings-Holmes, den können Sie verraten?“

Patrick Kurtz: „Sicher. Zum einen Jeremy Brett aus der Granada-Serie der 80er Jahre. Zum anderen Benedict Cumberbatch aus der BBC-Reihe, die an Pfingsten in der ARD läuft. Jeremy Brett hat Holmes damals so nahe wie möglich an dem gespielt, was Doyle in seinen Geschichten beschreibt, also als Denker und Redner. Doyles Holmes ist im Original ein Exzentriker. Cumberbatch macht ihn zum Soziopathen. Er hat die Figur neu erfunden.“


Hinweis


Es handelt sich teilweise nicht um Originalzitate von Patrick Kurtz. Insbesondere sprach er nicht davon, dass die Detektei Kurtz früher GPS-Tracker eingesetzt habe, sondern dass die Verwendung in der Branche üblich gewesen sei.

Der Originalartikel der Offenbach-Post erschien unter https://www.op-online.de/region/frankfurt/suche-nach-wahrheit-frankfurter-detektiv-patrick-kurtz-8369021.html.


Alle Namen und Orte sind selbstverständlich zur vollständigen Unkenntlichkeit verändert.

 

Kurtz Detektei Frankfurt am Main

Mainzer Landstraße 341

60326 Frankfurt a.M.

Tel.: 069 1201 8431

Mail: kontakt@kurtz-detektei-frankfurt.de

Web: https://www.kurtz-detektei-frankfurt.de

https://www.kurtz-detektei-frankfurt.de/2017/06/09/auf-der-suche-nach-der-wahrheit-detektiv-patrick-kurtz-in-der-offenbach-post/

„Von der Last, ein Geheimnis zu tragen“ – ein Radio-Feature mit Detektei-Inhaber Patrick Kurtz


Das Rätsel um Großmutters Schatzschatulle


Unlängst widmete die Journalistin Karoline Scheer, Trägerin des Deutschen Radiopreises 2014 in der Kategorie Beste Reportage, dem Thema „Geheimnisse“ ein Feature im Mitteldeutschen Rundfunk und interviewte dafür unter anderem Patrick Kurtz, Inhaber unserer Dortmunder Detektei.

Im Jahr 2007 hatte die Autorin eine verschlossene Metallkiste von ihrer verstorbenen Großmutter geerbt – ohne den dazugehörigen Schlüssel. Seither treibt sie die Frage um, was diese Kiste wohl beinhalten könnte. Das Gedankenspiel führte Karoline Scheer weiter zu der Entscheidung, ob sie die Kiste öffnen oder sie verschlossen lassen sollte – Geheimnis lüften oder Geheimnis wahren? Zur Entscheidungshilfe interviewte sie diverse Gesprächspartner: einen Hacker, einen Blogger, einen Professor der Universität Tübingen und einen Privatdetektiv – Patrick Kurtz.

Den gesamten Beitrag, der zunächst auf MDR Kultur und anschließend auf anderen ARD-Kulturwellen ausgestrahlt wurde, können Sie sich hier anhören (Patrick Kurtz ab Minute 20:50). Die dauerhafte Verfügbarkeit der Audiodatei ist allerdings nicht garantiert und kann unsererseits nicht beeinflusst werden, da dies im Entscheidungsrahmen des Mitteldeutschen Rundfunks liegt. Nachfolgend finden Sie eine Niederschrift des veröffentlichten Gesprächsteils zwischen Karoline Scheer und Patrick Kurtz:


Sherlock 2016 – Pfeife, Chesterfield und Borussia Dortmund


Karoline Scheer: „Film und Fernsehen haben uns geschult, wen wir bei kniffligen Fällen anrufen müssen. Denn es gibt ihn noch, den Privatdetektiv. Und dieser raucht Pfeife und empfängt mich in einem braunen Ledersessel – ganz Sherlock.“

Patrick Kurtz: „Ausgestorben ist er [der Detektivberuf] nicht. Ich denke, den wird es immer geben, weil Informationen wertvoll sind. Informationen werden immer gebraucht werden und dementsprechend wird es auch den Beruf des Detektivs in absehbarer Zeit immer geben.“

Karoline Scheer: „Patrick Kurtz mag einige Klischees erfüllen, doch wie ein Detektiv sieht er nicht aus. 31 Jahre ist er alt, statt Tweed trägt er Strickjacke und seine Hausschuhe verraten, dass sein Herz für Borussia Dortmund schlägt. So weit, so gut.“


Detektiv-Klischees; Detektei Dortmund, Detektiv Dortmund, Privatdetektiv Dortmund
Ein paar der gängigen Klischees über Detektive sah Karoline Scheer beim Zusammentreffen mit Patrick Kurtz erfüllt, andere wiederum nicht. Der braune Ledersessel ist im Übrigen eigentlich rot.

Thema Privatsphäre | Schockmomente nach Ermittlungen


Patrick Kurtz: „Ich denke, jeder hat das Recht, Geheimnisse zu haben. Ich finde auch, dass es wichtig ist, dass jeder seine Privatsphäre schützen kann. Dieses Thema spielt ja auch für uns ständig eine Rolle, weil wir immer abwägen müssen, ob wir ein berechtigtes Interesse daran haben, Ermittlungen durchzuführen. Aber wenn Geheimnisse anderen Leuten schaden, dann müssen sie ans Licht kommen.“

Wir haben [im Detektiv-Alltag] natürlich schon immer mal wieder Überraschungen, bei denen die Leute etwas krassere Reaktionen zeigen. Zum Beispiel war da mal eine Frau, die nicht vermutete, dass der Mann unbedingt fremdgeht, sondern sich einfach wunderte, was er für Aktivitäten unternahm, weil er sich komisch verhielt. Dabei kam dann heraus, dass er offenbar bisexuell oder sogar homosexuell war [– welches von beiden konnten wir naturgemäß nicht feststellen –], denn er traf sich regelmäßig auf einschlägigen Parkplätzen mit anderen Männern und hatte im Wald oder auf den Toilettenhäuschen Geschlechtsverkehr. Das war für sie [die Ehefrau] schon ein größerer Schock, weil sie gemeinsame Kinder hatten, weil sie eine große Familie waren und er das Familienoberhaupt.“


Datenspionage durch Geheimdienste


Karoline Scheer: „Detektive brauchen Geheimnisse, denn ohne sie würde es ihren Beruf nicht geben. Trotzdem: Detektive zerstören Geheimnisse systematisch, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.“

Patrick Kurtz: „Tatsächlich ist es so, dass man sich vor den Geheimdiensten nicht abschirmen kann. Das war auch schon lange vor der BND- bzw. vor der NSA-Affäre klar, zumindest in Fachkreisen wusste jeder, dass die Daten rauskommen, dass wir in dem Sinne keine Chance haben, unsere Daten zu schützen. Aber [um sich] vor Leuten wie uns [zu „schützen“], also vor Detektiven, kann man schon ziemlich viel machen. Man kann nicht unbedingt seine Halterdaten davor schützen, dass sie jemand anfragt, man kann auch nicht seine Meldeadresse davor schützen. Aber bei allem, was wirklich im persönlichen Bereich stattfindet, was privat ist, sollte man schon in der Lage sein – wenn einem das wichtig ist –, die Daten vor anderen geheim zu halten.“

Karoline Scheer: „Laut Kurtz beauftragt jeder Deutsche [im Durchschnitt] 1,4 Mal im Leben einen Detektiv. Es ist mein erstes Mal und es ist ernüchternd:“


Was befindet sich in der Kiste?


Patrick Kurtz: „Wenn ich, wie Sie mir ja gerade gesagt hatten, nur die Hintergrundinformation habe, dass das eine Kiste ist, die Ihrer Großmutter gehörte, von der aber ansonsten nichts weiter bekannt ist, dann habe ich keine Anhaltspunkte, anhand derer ich etwas unternehmen könnte [im Sinne von Schlussfolgerungen ziehen]. Da können wir nichts machen.“

Karoline Scheer: „Wie würden Sie sie öffnen können, was wäre da rein technisch möglich? Sie sagten ja, schwierig ist es nicht?“

Patrick Kurtz: „Lockpicking heißt die [zuvor angesprochene] Methode, mit der man die meisten Schlösser öffnen kann.“

Karoline Scheer: „Wie viel Zeit würde Sie das in etwa kosten?“

Patrick Kurtz: „Mich – weil ich darin nicht geübt bin – bei so einem Schloss schätzungsweise 5 bis 15 Minuten. Jemand, der das regelmäßig macht, würde es innerhalb von wenigen Sekunden schaffen. Doch ich sehe gerade, mit Lockpicking werden wir das wahrscheinlich doch nicht machen können. Ich glaube, bei diesem Schloss ist man mit einer Zange schon ganz gut dabei.“


Weiterhören


Ob Karoline Scheer die Kiste ihrer Großmutter schließlich geöffnet hat oder nicht, können Sie gerne im Originalbeitrag nachhören, den wir im ersten Absatz verlinkt haben. Unsere Wirtschafts- und Privatdetektei aus Dortmund dankt Frau Scheer und dem MDR für diesen amüsanten Beitrag.


Kurtz Detektei Dortmund

Münsterstraße 56

44145 Dortmund

Tel.: 0231 8401 0065

Mail: kontakt@kurtz-detektei-dortmund.de

Web: http://www.kurtz-detektei-dortmund.de

https://www.kurtz-detektei-dortmund.de/2016/12/19/von-der-last-ein-geheimnis-zu-tragen-ein-radio-feature-mit-detektei-inhaber-patrick-kurtz/

Sherlock Holmes im Film – Teil 1: Mr. Holmes (2015)


Ein Viktorianer im 21. Jahrhundert


Sherlock Holmes erfreut sich offenbar nicht nur bei den Ermittlern unserer Detektei in Kiel ungebrochener Beliebtheit, denn der Meisterdetektiv flimmert aktuell so häufig über Kinoleinwände und Fernseher wie selten zuvor. Sowohl Filme wie die High-Budget-Blockbuster von Regisseur Guy Ritchie mit Robert Downey jr. in der Hauptrolle als auch Fernsehserien wie Sherlock von der BBC oder Elementary aus dem Hause CBS spielen Millionen ein – an den Kinokassen, über Werbemaßnahmen und im Merchandising. Im Laufe unserer neuen Reihe „Sherlock Holmes im Film“werden wir detaillierter auf alle drei Adaptionen zu sprechen kommen.

Holmes ist eine derart ikonische Figur, dass man den Überblick verliert über die unzähligen Geschichten, die im Laufe der Jahrzehnte geschrieben und verfilmt wurden und ihn entweder als Hauptfigur haben oder als Nebenfigur auftreten lassen. Je nach Genre trifft er dabei auf reale Figuren seiner Zeit oder auf „Kollegen“ aus der viktorianischen Literatur. Die Phantasie der Autoren scheint unbegrenzt: Sowohl echte Kriminalfälle, wie die Jack-the-Ripper-Morde, als auch Fälle, die Figuren und Szenarien anderer Autoren wie H. G. Wells (die Invasion der Marsianer in Krieg der Welten) oder Bram Stoker (Dracula) zum Thema haben, bilden den Hintergrund für mehr oder weniger originelle Geschichten. So sehr ist seine Figur mit der Epoche des viktorianischen Englands verbunden, dass oft unterschlagen wird, wie viele der originalen Sherlock-Holmes-Geschichten aus der Feder seines Schöpfers Arthur Conan Doyle erst nach dem Ende dieses Zeitalters entstanden. Als Queen Victoria im Jahr 1901 starb, schien Doyle sogar genug zu haben von seinem Helden, denn er hatte ihn acht Jahre zuvor in der Kurzgeschichte Das letzte Problem (The Final Problem) sterben lassen. Der Großteil der Geschichten indes – nämlich zwei von vier Romanen und drei von fünf Kurzgeschichtensammlungen – sollte erst noch folgen, wie in unserer Reihe „Der Privatdetektiv in der Literatur“ Teil 5 und 6 nachzulesen ist.


Mr. Holmes: humorvolles Aufräumen mit Sherlock-Klischees


Den Umstand, dass ein großer Teil der Lebenszeit des fiktiven Detektivs erst nach dem Viktorianischen Zeitalter stattgefunden haben dürfte, greift auch der jüngste Ansatz von Regisseur Bill Condon auf, und daher nähern wir uns dem Thema heute einmal umgekehrt chronologisch: In Mr. Holmes, einem Kinofilm aus dem Jahr 2015, basierend auf Mitch Cullins A Slight Trick of the Mind, ist Sherlock Holmes der Überlebende einer längst vergangenen Epoche. Watson, Mrs. Hudson, sein Bruder Mycroft – alle sind längst verstorben; Holmes selbst hat sich vor über 30 Jahren aufs Land zurückgezogen und züchtet Bienen (ein Motiv mehrerer Romane aus Holmes-Pastiches, u. a. auch in denen von Henry Fitzgerald Heard).

Ein schöner Kniff ist die bewusste Haltung des Films zur Klischeefigur Sherlock Holmes: Im Film ist Holmes zwar eine sehr populäre reale Figur, die allgemeinen Vorstellungen über den Meisterdetektiv stammen jedoch gänzlich aus der Feder des ebenfalls realen John Watson – und nicht etwa von Doyle – als Verfasser der bekannten Abenteuer von Sherlock Holmes. Die Deerstalker-Mütze und das Cape? Habe er, so Holmes, in Wahrheit nie getragen! Die Pfeife? Er präferiere Zigarren! Selbst die Adresse sei geflunkert: Holmes machte sich zu seiner Londoner Zeit einen Spaß daraus zu beobachten, wie Schaulustige („amerikanische Touristen“, wie Holmes lakonisch feststellt) die Baker Street 221b heimsuchen – und zwar aus dem Fenster seiner wahren Wohnung, schräg gegenüber. Der Detektiv kommentiert die Erzählungen um seine angeblichen Taten folgendermaßen: „Ich habe Watson gesagt, falls ich je eine Geschichte schreibe, dann nur zur Korrektur der Millionen falschen Vorstellungen, die seine poetische Freiheit geschaffen hat.“ Ein Highlight auch, wie er später, in den 1940er Jahren, im Kino schmunzelnd eine fiktionalisierte Filmversion eines echten Falles sieht, mit einem „klassischen“ Holmes inklusive Deerstalker, Cape und Pfeife – eine augenzwinkernde Hommage an die erfolgreiche Filmserie mit Basil Rathbone, auf die unsere Kieler Detektive in der Reihe „Sherlock Holmes im Film“ selbstverständlich ebenfalls zu sprechen kommen werden.


Die Vermenschlichung eines übermenschlichen Geistes


Die Rahmenhandlung von Mr. Holmes spielt im Jahr 1947. Somit wird Holmes Zeuge des gerade angebrochenen Atomzeitalters – eine Tatsache, auf die der Film in mehreren Szenen deutlich anspielt. Den gebrechlichen Holmes sucht sein allerletzter Fall heim: Von Senilität geplagt, versucht er sich an die Vorfälle zurückzuerinnern, die ihn 35 Jahre vorher dazu bewogen hatten, das Detektiv-Geschäft und sein Leben in London aufzugeben, um sich aufs Land zurückzuziehen. So weit, so gut, doch das wirklich Originelle liegt im Fehlen dessen, was doch stets die Sherlock-Holmes-Geschichten definiert hat: das handlungsbestimmende Rätsel um einen Kriminalfall. Wer ist der Mörder, was war sein Motiv? All das spielt hier keine Rolle. Tatsächlich gibt es für den größten aller Detektive kein Rätsel zu lösen, außer dem wirklich letzten: Wer ist Sherlock Holmes, wenn er das verliert, was ihn ausmacht? In einer bewegenden Szene zieht er ein Resümee, dass er zwar sein Leben lang allein gewesen sei, doch als Ausgleich immer seinen Intellekt hatte – genau den droht er jetzt, in hohem Alter, endgültig zu verlieren. Was aber macht das mit einem Mann, dessen gesamtes Ego durch seinen Scharfsinn definiert wird? Holmes ist plötzlich eine verletzliche Person, ein von Sorgen geplagter Mensch statt einer Denkmaschine, die alles Unwesentliche ausblenden kann. Vielleicht zum ersten Mal wird sein Herz angesprochen (unter anderem auch durch den wissensbegierigen Sohn seiner Haushälterin) – und das bringt ihn aus dem Gleichgewicht.

Das Mysterium des Films ist daher kein Mord oder ein anderer Kriminalfall, sondern Holmes selbst. Viele Facetten kennen die Leser und Zuschauer von Sherlock Holmes, aber diese hier ist neu: Als Meister der Logik und Deduktion hatte man den Privatdetektiv bisher als zwar brillanten, dafür aber doch sehr unnahbaren, ja fast schon kalten Charakter kennen gelernt, oder (wie es Benedict Cumberbatch in der Verkörperung des titelgebenden Charakters in der großartigen Serie Sherlock ausdrückt) gar als „hochgradig funktionierenden Soziopathen“. Nähe, gar Intimität zu unserem Meisterdetektiv kam in den allermeisten Geschichten nicht auf – das macht Mr. Holmes so originell. Ian McKellen, selbst eine Ikone und gewohnt, solche zu spielen, agiert gewohnt großartig als strauchelnder alter Zausel, der mit den Geistern der Vergangenheit hadert. Verschachtelt auf drei Zeitebenen erzählt, weiß der Film der Figur des Sherlock Holmes neue und liebenswerte Facetten hinzuzufügen.


Detektei Kiel, Detektiv Kiel, Privatdetektiv Kiel, Privatdetektei Schleswig-Holstein
Ian McKellen als 93jähriger Rentner-Sherlock im Kinofilm „Mr. Holmes“, © Miramax 

Neuer Realismus, ungekannte Menschlichkeit


Ist der Film eine Empfehlung wert? Nun, wer sich auf Action à la Guy Ritchie einstellt oder auf spannende Kriminalfälle, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Wer jedoch Lust hat auf einen Film mit ruhigerer Erzählweise, der sich Zeit nimmt, in die Charaktere einzutauchen, sollte Mr. Holmes nicht verpassen – vor allem nicht, wenn er Sherlock-Holmes-Fan ist. Da der Alltag unserer Privatdetektive aus Kiel nicht nur von spannenden Fällen mit dem größten „Thrill“ bestimmt wird, sondern von ganz realen Menschen mit normalen Schicksalen, ist es erfrischend, in Mr. Holmes einen Film zu finden, der sich keines Klischee-Mordfalles bedient, sondern tief in die Psychologie seiner Figuren eintaucht und selbst den größten aller fiktiven Detektive zur Abwechslung einmal sehr menschlich erscheinen lässt.


Verfasser: Gerrit Koehler  

 

Kurtz Detektei Kiel und Schleswig-Holstein

Hopfenstraße 1d

D-24114 Kiel

Tel.: +49 (0)431 3057 0053

Mail: kontakt@kurtz-detektei-kiel.de

Web: http://www.kurtz-detektei-kiel.de

http://www.kurtz-detektei-kiel.de/2016/11/21/sherlock-holmes-im-film-teil-1-mr-holmes-2015/

Der Privatdetektiv in der Literatur – Teil 7 | Conan Doyle und Sherlock Holmes: Das Vermächtnis


Eine endlose Reihe von Fortführungen und Adaptionen


Ein Schriftsteller, dessen Name fast neunzig Jahre nach seinem Tod immer noch bekannt ist und dessen Werke nach wie vor gelesen werden, hat höchstwahrscheinlich mehr erreicht, als er sich je hätte träumen lassen. Und noch weit übertroffen werden, dürften solche vage erscheinenden Hoffnungen, wenn das literarische Vermächtnis eine Inspiration darstellt für Tausende von neuen Geschichten und Adaptionen in Romanen, Theaterstücken, Hörspielen, Filmen, Fernsehserien, Computerspielen und, und, und. So stellt sich der Fall des schottischen Schriftstellers Arthur Conan Doyle dar: Jedes nur denkbare Medium hat seit seinem Tod im Jahr 1930 unzählige Geschichten mit Sherlock Holmes und Dr. Watson als Hauptfiguren oder zumindest Inspirationsquellen hervorgebracht. Unsere Detektei aus Trier wirft nachfolgend einen Blick auf das multimediale Vermächtnis der kanonischen Sherlock Holmes-Geschichten.


Biographische Lücken als Einladung zu Fortsetzungen


Die nächstliegende Möglichkeit, Sherlock Holmes auch nach dem Tod seines Erfinders wieder „aufleben“ zu lassen, hinterlässt Doyle selbst. Seine Sammlung aus 56 Kurzgeschichten und 4 Romanen deckt die fiktive Biographie von Sherlock Holmes nur sehr unvollständig ab: Über die Jugend des Meisterdetektivs ist so gut wie nichts bekannt, auch die Zeit vor dem ersten Zusammentreffen mit Watson bleibt größtenteils unbeleuchtet (Der Film Young Sherlock Holmes von 1985 lässt Holmes und Watson bereits 1870 als Teenager für ein erstes Abenteuer zusammentreffen). Wie schon in den vorangegangenen Teilen unserer Serie „Der Privatdetektiv in der Literatur“ erwähnt, werden die Fälle darüber hinaus in keiner chronologischen Reihenfolge erzählt und bauen auch nicht aufeinander auf; teilweise erwähnt Doyles fiktiver Erzähler Watson sogar vergangene Fälle, die nie als Geschichte veröffentlicht wurden, und liefert Fortschreibern somit beste Ansatzpunkte. Des Weiteren ist nach dem scheinbaren Tod von Holmes an den Reichenbachfällen explizit von einer dreijährigen Lücke die Rede, in der Sherlock Holmes im Exil ist, auf die in den kanonischen Geschichten aber nicht mehr näher eingegangen wird. Diese Lücken und „verlorenen Fälle“ wurden und werden immer wieder sehr kreativ genutzt und mal mehr, mal weniger getreu der Originalvorlage in Buch- und Filmform umgesetzt.

Auch bringt Doyle die Geschichte seiner größten Schöpfung – zum Glück! – zu keinem abschließenden Ende: Als im März 1927 mit Shoscombe Old Place die letzte der von Doyle selbst verfassten Holmes-Geschichten erscheint, endet sie wie üblich mit dem gelösten Fall, nimmt aber keinen Verweis darauf, wie es mit unserem Helden weitergeht – eine Steilvorlage für jeden, der die Geschichte des Meisterdetektivs weitererzählen möchte. Eine charmante Darstellung der letzten Jahre unseres Helden kam 2015 in die Kinos: Im Film Mr. Holmes spielt Ian McKellen einen 93‑jährigen, leicht dementen Sherlock Holmes, der sich im Jahr 1947 an seinen letzten Fall zu erinnern versucht.


Sherlock Holmes im Kino


Viel Raum also, um die Geschichte des größten aller Detektive weiterzuspinnen. Das Problem ist nach Doyles Tod nur, dass es in Großbritannien bereits seit langem ein umfassendes und strenges Urheberrecht gibt, demgemäß das literarische Werk Doyles und damit der Urheberrechtsschutz an all seinen Figuren und ihren Namen für fünfzig Jahre nach seinem Tod in der Hand von Doyles Erben verbleibt. Das tut der Kreativität der Autoren und Filmemacher indes keinen Abbruch: Das Kino der 1930er Jahre erlebt einen Boom an Schauer und Mystery, die meisten unserer Vorstellungen, die wir von Dracula, Frankensteins Monster und anderen Horrorgestalten haben, gehen auf diese Epoche zurück.

Und wo das Mysteriöse wartet, ist auch unser Meisterdetektiv nicht weit. Schon früh nach der Erfindung des Films war Sherlock Holmes immer wieder Hauptfigur diverser Streifen geworden, 1939 folgt eine ikonische Darstellung auf der großen Leinwand: Mit Der Hund der Baskervilles (The Hound of the Baskervilles) feiert nicht nur einer seiner populärsten Fälle Premiere, sondern setzt auch den Auftakt für eine ganze Reihe an Big-Budget-Abenteuern mit dem Detektiv als Hauptfigur. Die Serie, die Basil Rathbone in der Rolle des Sherlock Holmes unsterblich macht, bekommt in kürzester Zeit eine Fortsetzung nach der anderen; bis 1946 entstehen insgesamt 14 abendfüllende Spielfilme. Die Reihe bleibt lange Zeit die bekannteste und stellt mit seinem Hauptdarsteller den für viele bis heute perfekten Film-Holmes. Auch Patrick Kurtz, der Inhaber unserer Wirtschaftsdetektei in Trier, beschäftigte sich für den Online-Streaming-Dienst maxdome mit dieser Adaption: https://www.maxdome.de/maxperten/patrick-kurtz-127895.html. Im Laufe der Jahre entstehen zahlreiche weitere Verfilmungen um den Londoner Detektiv, selbst deutsche, bis hin zu Komödien und Parodien, Letztere vor allem in den 1970er Jahren.


Rathbone und Bruce; Privatdetektiv Trier, Detektei Luxemburg, Wirtschaftsdetektei Trier
Basil Rathbones Darstellung des Sherlock Holmes in Kombination mit der trotteligen Interpretation Watsons durch Nigel Bruce gilt vielen Fans als Prototyp der filmischen Holmes-Umsetzungen.

Stichtag: Ende des Copyrights im Jahr 1981


Mit dem Ablauf der 50-jährigen Frist nach Doyles Tod steht es seit 1981 nunmehr jedem frei, Geschichten mit und um Sherlock Holmes zu schreiben, aufzuführen, ins Kino oder ins Fernsehen zu bringen. Eine Möglichkeit, von der – gelinde gesagt – umfassend Gebrauch gemacht wird. Selbst alle Detektive unserer Detektei für Luxemburg zusammengenommen dürften nicht alles kennen, was in den vergangenen neunzig Jahren über Sherlock Holmes geschrieben und verfilmt wurde. Jedoch möchten wir über den Abschluss unserer Reihe zum Thema Arthur Conan Doyle hinaus einen kleinen Überblick darüber geben, was heraussticht und unserer Meinung nach sehenswert ist. Daher wird unsere neue Reihe „Sherlock Holmes im Film“ zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wollen, aber doch zumindest ein klein wenig Ordnung in die unerschöpflichen Welten der Sherlock Holmes-Adaptationen bringen, die seit Doyles Tod auf die Leinwand oder den Bildschirm gebracht wurden.

Wie drückte es Gilbert Keith Chesterton (1874-1937), englischer Schriftsteller und Schöpfer von „Father Brown“, einst aus:

„Es hat niemals bessere Detektivgeschichten gegeben als die alte Sherlock-Holmes-Reihe; und obgleich der Name des großen Zauberers auf der ganzen Welt bekannt geworden ist und obgleich es sich wohl um die einzige volkstümliche Legende der modernen Welt handelt, so glaube ich nicht, dass man Sir Arthur Conan Doyle genug gedankt hat.“

Dem kann sich die Kurtz Privatdetektei Luxemburg und Trier nur anschließen. Wir hoffen, mit unserer Reihe über Arthur Conan Doyle zumindest einen kleinen Beitrag zur Vermächtnispflege des Schriftstellers beigetragen zu haben und sagen in Chestertons Sinne: „Danke, Sir Arthur!“


Verfasser: Gerrit Koehler

 

Kurtz Detektei Trier und Luxemburg

Güterstraße 55a

D-54295 Trier

Tel.: +49 (0)651 2094 0060

Mail: kontakt@kurtz-detektei-luxemburg.com

Web: http://www.kurtz-detektei-luxemburg.com

http://www.kurtz-detektei-luxemburg.com/2016/11/09/der-privatdetektiv-in-der-literatur-teil-7-conan-doyle-und-sherlock-holmes-das-vermächtnis/

Der Privatdetektiv in der Literatur – Teil 5 | Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes: Die Rückkehr


Schritt 1 der Rückkehr: Ein Theaterstück hält den Meisterdetektiv am Leben


Im letzten Teil unserer Reihe „Der Privatdetektiv in der Literatur“ hatte uns der grosse Arthur Conan Doyle im Schockzustand zurückgelassen: Am Ende von Das letzte Problem (The Final Problem) von 1893 stürzt Holmes mit seinem Erzfeind Professor Moriarty die Reichenbachfälle hinunter – Sherlock Holmes ist tot, Rückkehr (scheinbar) ausgeschlossen! Doyle hat keine Lust mehr auf den grössten aller Detektive, er schreibt lieber Abenteuerromane und zieht es anscheinend sogar vor, im Krieg zu dienen, statt sich weiterhin mit unserem Helden zu befassen.

Wundervolle und durchaus ebenfalls erfolgreiche Werke entstehen zwar in dieser Zeit, der Meisterdetektiv indes spielt darin keine Rolle mehr. Die Fans sind betrübt und verlangen nach mehr Abenteuern ihres Helden. Und tatsächlich bleiben ihre Rufe nicht ganz unerhört: Charles Frohman, amerikanischer Theaterproduzent, weiss offenbar ganz genau, wie er Conan Doyle für sich gewinnen kann, denn dieser hatte schon immer Ambitionen, ein Theaterstück zu schreiben. Dieses wollte ihm Frohman nun ermöglichen, nur: Mit Sherlock Holmes müsse es sein! Und tatsächlich, Conan Doyle beisst an: Im November 1899 feiert Sherlock Holmes Premiere, ein Theaterstück, das Doyle zusammen mit dem Autor und Hauptdarsteller William Gillette auf die Bühne bringt. Auch wenn der grösste Teil der Arbeit tatsächlich Gillette zukommt, muss Doyle anerkennen, dass Sherlock Holmes nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. Das Stück ist für über 20 Jahre sowohl in den USA als auch in Grossbritannien ein Riesenerfolg, und die Performance von Gillette als Holmes mit Deerstalker-Mütze und Cape wird stilprägend, ebenso die für das Theaterstück neu eingebrachten Worte „Elementary, my dear Watson!“ und die Calabash-Pfeife (siehe auch unsere Beiträge zum Thema „Detektive und Pfeifen“). In der Londoner Aufführung mit Gillette spielt 1903 übrigens auch ein 13-jähriger Bursche, der sich zu einer Ikone der Filmkunst entwickeln sollte: der junge Charlie Chaplin.


Gillette Castle State Park; Detektei Meiringen, Detektiv Meiringen, Privatdetektiv
Holmes-Darsteller William Gillette war mit den weltweiten Aufführungen des Stücks so erfolgreich, dass er sich sogar ein sehr eigentümliches burgartiges Haus in Connecticut bauen lassen konnte: „Gillette Castle“ (ursprünglich „Seventh Sister“). 

Schritt 2 der Rückkehr: „Der Hund der Baskervilles“


Das Stück ist in aller Munde und wird einige Jahre später (1916) sogar verfilmt (2014 wiederentdeckt, anschliessend restauriert und seit 2015 in unregelmässigen Abständen online abrufbar). Doch trotz des immensen Erfolgs von Sherlock Holmes will sich Doyle zu Beginn des Jahrhunderts noch immer nicht wieder so richtig auf seinen Helden einlassen: Ein kurzer Ausflug in die Politik und ein längerer in den Burenkrieg fesseln ihn erst einmal mehr. Doch kurz darauf erkrankt Doyle an Typhus und reist zur Erholung nach Norfolk, wo ihm Erzählungen vom Mythos eines Geisterhundes, der eine altehrwürdige, reiche Familie heimsucht, zu Ohren kommen. Wäre so etwas nicht auch etwas für unseren alten Freund Sherlock Holmes? Das Theaterstück mit Gillette spielt chronologisch vor den Ereignissen aus Das letzte Problem und knüpft daher nicht an die Ereignisse an den Schweizer Reichenbachfällen an. Dieses Prinzip, so denkt sich Doyle, öffnet vielleicht ein paar Türen, Holmes doch wieder Leben einzuhauchen, ohne ihn tatsächlich von den Toten auferstehen lassen zu müssen. Nur wenig später ersinnt er eine Geschichte, die ihm genau dies ermöglicht und zugleich sein grösster Erfolg werden soll: Der Hund der Baskervilles (The Hound of the Baskervilles).

Ein paar Jahre vor den Ereignissen aus Das letzte Problem einsetzend, ist es diesmal ein lange Zeit übernatürlich anmutendes, stimmungsvolles und düsteres Abenteuer, das den Meisterdetektiv umtreibt und bis heute das wohl bekannteste Werk um Sherlock Holmes darstellt. Auch hier ist wieder das Strand Magazine dankbarer Abnehmer: Nachdem Doyle seine genialische Figur in Das letzte Problem sterben lassen hatte, kündigten mehrere Tausend enttäuschte Kunden ihre Abonnements und brachten die Zeitschrift somit an den Rand des Ruins. Ohne ihr „Zugpferd“ brachen die Zahlen weg und für acht Jahre schlug sich das Magazin mehr schlecht als recht, ohne wirkliche Knaller zu produzieren – da kommt ein neues Sherlock-Holmes-Abenteuer natürlich sehr gelegen und man geht auf Doyles Gehaltsforderungen sofort ohne Widerspruch ein. Wie damals üblich wird Der Hund der Baskervilles von August 1901 bis April 1902 zunächst als Fortsetzungsroman veröffentlicht, um dann einen Monat vor Veröffentlichung des dritten und letzten Teils (ganz pfiffig!) als komplettes Buch in den Schaufenstern zu liegen. Der Roman schlägt ein wie eine Bombe, und die Leser wollen mehr! Der Druck auf Doyle wird immer grösser und schliesslich muss er sich eingestehen, dass die Geschichte von Sherlock Holmes vielleicht besser doch noch nicht zu Ende erzählt ist, wie die Kurtz Detektei Zürich und Schweiz nachfolgend berichtet. Doch zunächst ein Trailer zum restaurierten Stummfilm Sherlock Holmesvon 1916:



Schritt 3 der Rückkehr: Die Wiederauferstehung | Lazarus aus der Schweizer Wasserkaskade


Das Strand Magazine macht Doyle ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann, und er macht sich ans Schreiben. Bereits im September 1903 kommt der von Fans und Lesern in aller Welt so lang herbeigesehnte Moment: In Das leere Haus (The Adventure of the Empty House) lässt Doyle den grössten Detektiv aller Zeiten wiederauferstehen – und zwar wortwörtlich. Doyle entschliesst sich, nicht einfach weitere Fälle von Holmes aus der Zeit vor den Ereignissen an den Reichenbachfällen niederzuschreiben, sondern spinnt eine extrem spannende und reizvolle Geschichte, die die Handlung weitererzählt, ohne unglaubhaft oder überkonstruiert zu wirken:

Drei Jahre sind seit dem Verschwinden von Sherlock Holmes vergangen, und Dr. Watson, noch immer fasziniert von Kriminalfällen, ist wie eh und je an einem Mordschauplatz zugegen. Er trifft auf einen älteren deformierten Büchersammler, der im weiteren Verlauf der Handlung seine Identität als totgeglaubter Sherlock Holmes enthüllt! Dieser habe sich drei Jahre zuvor nach dem Zweikampf gegen Moriarty an den Meiringer Reichenbachfällen mit letzter Kraft retten können und daraufhin sein Ableben vorgetäuscht, um seinen Feinden zu entkommen. Die darauffolgenden Jahre habe er inkognito mit Forschungsreisen in die entlegensten Winkel der kriminellen Unterwelt verbracht, bis ihn die Ereignisse um den jetzigen Mord wieder nach London zurückführten, um dort das Verbrechernetzwerk Moriartys endgültig zu zerschlagen.


Reichenbachfall; Detektiv Bern, Detektei Bern, Privatdetektiv Bern, Wirtschaftsdetektei Bern
Der von Sidney Paget erstaunlich akkurat gezeichnete Reichenbachfall in der Nähe der ebenfalls weltbekannten Aareschlucht im Berner Oberland war der Schauplatz von Holmes‘ fulminantem Scheinableben. 

Die Rückkehr des Sherlock Holmes – ein rundum lohnendes Geschäft für Autor, Verlag und Leser


Da ist er also wieder, nach zehn Jahren Abstinenz. Doyle bringt Holmes zurück, weil die Leser es so wollen und nach der „Wiederbelebung“ konsequenterweise in rauen Mengen zurückkehren. Für das Strand Magazine werden es dadurch sogar noch mehr Abonnenten als zu Holmes‘ „erster“ Lebenszeit, sodass sich der Verlust aus den Jahren seiner Abstinenz schnell wieder relativiert. Ein sehr lohnendes Geschäft für das Magazin und natürlich auch für Doyle. Bis Dezember 1904 folgen weitere zwölf Kurzgeschichten, 1905 werden sie wie üblich in einem Sammelband, Die Rückkehr des Sherlock Holmes (The Return of Sherlock Holmes), zusammengefasst.

War es das jetzt wirklich – die Kriegskasse Arthur Conan Doyles hatte sich durch die neuen Veröffentlichungen prächtig gefüllt – oder hat der Autor auch rein literarisch wieder Lust auf seinen Helden bekommen? Nun ja, zumindest sollte es eine so lange Pause wie in den Jahren zuvor in der Tat erst einmal nicht mehr geben – elementary! Doyle hat offenbar seinen Frieden mit Sherlock Holmes geschlossen und macht sich nun weiter ans Werk – doch dazu kommende Woche mehr im nächsten Teil unserer Reihe.


Verfasser: Gerrit Koehler  

 

Kurtz Detektei Zürich und Schweiz

Max-Högger-Strasse 6

8048 Zürich

Tel.: +41 (0)44 5522 264

Mail: kontakt@kurtz-detektei-schweiz.ch

Web: http://www.kurtz-detektei-schweiz.ch

http://www.kurtz-detektei-schweiz.ch/2016/10/19/der-privatdetektiv-in-der-literatur-teil-5-arthur-conan-doyle-und-sherlock-holmes-die-rückkehr/

Berlin: The City Of Spies Never Dies | Patrick Kurtz’s Interview with the American Radio Station NPR


Recently, Patrick Kurtz, CEO of our Detective Agency in Berlin, Germany, gave an interview to Tony Andrews from Radio NPR. It was our chief investigator’s first ever English interview. The two of them discussed private investigations in Berlin and in Germany in general and talked about a very special case containing a missing person and highly specialised man-trailing dogs. The following extract is taken from the original radio broadcast:


Preconditions for Private Investigations in Germany


Tony Andrews: „Berlin has a long history of being at the epicenter of espionage. And not only during the Cold War: Just this year construction on the new BND (Bundesnachrichten Dienst) spy headquarters was completed in the city. But what is less well-known is that Berlin also has the highest number of private detectives of any German city.“

Patrick Kurtz: „I’ve always been a great fan of Sherlock Holmes, cliché I know.“

Tony Andrews: „That’s private investigator Patrick Kurtz. Because he doesn’t have a license to kill, when a potential client approaches him, he has to first figure out whether the person has a right to the information they’re seeking.“

Patrick Kurtz: „Is there a legal interest or at least a legitimate interest for the investigation?“

Tony Andrews: „Someone has a legal interest if money is involved: Debtors, employees, that kind of thing. A legitimate interest refers to family or people who live together. Wanting information about a stranger is technically called:“

Patrick Kurtz: „Some kind of stalking.“


Detective Agency Germany, Private Investigator Germany, Investigations Berlin
Being by far the biggest city in Germany, Berlin accordingly contains the highest number of private investigators, but the Kurtz Detective Agency is among the few of them which offer their services in English. 

Case Example: Missing Person from Baden-Württemberg


Tony Andrews: „Private investigations tend to be about unfaithfulness, alimony, and – sometimes – missing persons. Patrick tells me about this one case he can’t forget. A couple from Baden-Württemberg called him one day because their autistic son had disappeared.“

Patrick Kurtz: „They told me that they are missing their son. He’s been missing for I think it was four days.“

Tony Andrews: „The boy left a letter in which he explained that he was running away because he couldn’t cope with school.“

Patrick Kurtz: „In that letter he also told his family that he is going to kill himself.

Tony Andrews: „Patrick started the search at the boy’s last known location.“

Patrick Kurtz: „He used a credit card and got money from cash machines so we knew he must have been in Düsseldorf.“


Chasing the Trace: Man-trailing dogs in Germany


Tony Andrews: „Then he brought in some dogs. Some man-trailing dogs to sniff some of the missing boy’s clothes to find the trail.“

Patrick Kurtz: „They immediately know the trace no matter how many other smells you have around.“

Tony Andrews: „That blew my mind. These dogs can identify your smell at a public place, among hundreds, even thousands of other smells.“

Patrick Kurtz: „After days, weeks, and even after months.“


A Study in Blood


Tony Andrews: „Anyway, so they followed the trail to a nearby hotel.“

Patrick Kurtz: „We explained the situation to them [the hotel employees] and they were helping us.“

Tony Andrews: „The dogs led them up to one of the rooms.“

Patrick Kurtz: „Then we knocked at the door. No-one answered.“

Tony Andrews: „Hotel staff used the master key to open the door and then they walked in.“

Patrick Kurtz: „We saw the son that we were looking for and he was lying head down on the bed with blood all over.“

Tony Andrews: „He didn’t react.“

Patrick Kurtz: „But then we tested to see if he’s still alive and he was alive, gladly. We saw that he had tried to kill himself by cutting himself. After some time we got him to some kind of consciousness.“


The satisfying feeling of solving a case


Tony Andrews: „The team got to him on time. I asked Patrick how that made him feel. He just said:“

Patrick Kurtz: „It’s a good feeling to save a life of course.“

Tony Andrews: „What he may have meant to say was:“

„Elementary, my dear Watson.“


Are you looking for a Private Investigator in Germany?


Should you as a private person or as an accountable employee be in need of private or commercial investigations in Germany, Kurtz Investigations Berlin will gladly help you with their widespread network of qualified investigators all over the country: +49 30 5557 8641-0 or kontakt@kurtz-detektei-berlin.de.


Kurtz Investigations Berlin, Germany

Rykestraße 26

D-10405 Berlin

Tel.: 030 555 786 41-0

Fax: 030 555 786 41-9

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-berlin.de

Web: http://www.kurtz-detektei-berlin.de

 

http://www.kurtz-detektei-berlin.de/2016/08/27/berlin-the-city-of-spies-never-dies-patrick-kurtz-s-interview-with-the-american-radio-station-npr/

http://www.nprberlin.de/post/life-berlin-city-spies-never-dies#stream/0